Freitag, 26. November 2004

Ski alpin: Marlies Schild als heißeste ÖSV-Aktie bei den Damenrennen in Colorado

  • Die Salzburgerin ist seit Wochen in einer Super-Form
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Vor zwei Jahren war sie in Aspen Teil des "Frolleinwunders from Austria", am Wochenende könnte Marlies Schild bei den Weltcuprennen im US-Nobelskiort die heißeste Aktie des österreichischen Damenskiteams sein. Die 23-jährige Salzburgern fährt seit Wochen in derart bestechender Form, dass ihr überlegener Slalom-Sieg am Montag bei der Generalprobe in Breckenridge auch nicht mehr überraschte. "Sie war schon im Herbsttraining sehr gut und beim US-Training zusammen mit Michaela Kirchgasser eine der Besten", lobte auch Damenchef Herbert Mandl.

Alle würden der von gleich sechs Knieoperationen gebremsten Saalfeldenerin den endgültigen Durchbruch vergönnen. Im Herzen ist sie Allrounderin, die Verletzungen reduzieren ihre Auftritte aber mittlerweile auf Riesentorlauf und Slalom. Im Schatten von Niki Hosp und Co. stellten sich bei ihr Erfolge nur nach und nach ein. Slalom-Vizeweltmeisterin war sie in St. Moritz, beim Saisonfinale vergangenen März in Sestriere klappte es endlich auch mit dem ersten Sieg.

Schild: "Wir konnten sensationell gut trainieren"
Am Thanksgiving-Wochenende kehrt sie nun auf jene Piste zurück, wo sie vor zwei Jahren ihren ersten Podestplatz herausgefahren hat. Und das voll Selbstvertrauen, dass sie aus ihrer monatelangen Hochform und wohl auch ein wenig aus ihrer frischen Beziehung zu Benjamin Raich schöpft. Schon Tage vor dem restlichen Team flog Schild zusammen mit ihrer Mutter Rosa in die USA, um Umstellungsprobleme wie im Vorjahr zu vermeiden. Während etwa Hosp eine unangenehme Magenverstimmung ausfasste, lief bei Schild alles perfekt. "Die zwei Wochen waren super, wir konnten sensationell gut trainieren", zog sie prompt eine ausschließlich positive Bilanz.

Marlies lässt sich nicht "zu großen Tönen hinreißen"
Aber auch im Skisport ist bekanntlich nix fix. Siehe die bereits mit Weltcup-Vorschusslorbeeren bedachte Deutsche Maria Riesch, die wegen ihrer Schulterverletzung aber in Aspen passen muss. Und schon gar nicht die automatische Umsetzung der Trainingsleistung ins Rennen. "Mir gefällt wirklich gut, wie ich im Riesentorlauf technisch fahre und auch im Slalom läuft's gut", gibt sich Schild deshalb auch eher zurückhaltend. Die Erklärung folgt postwendend: "Weil ich keine bin, die sich durch gute Trainingsleistungen zu großen Tönen hinreißen lässt. Deshalb schau ich einfach, was kommt."

Eine Strecke für routinierte Läuferinnen
Insgesamt kommen fünf Wochen nach dem Auftakt-RTL in Sölden auf die Damen in Aspen ein Riesentorlauf und zwei Slaloms auf einem anspruchsvollen Hang zu, der durch den Schneemangel noch schwieriger geworden ist. Dort sieht Mandl auch die Chance für die Routiniers wie Michaela Dorfmeister, Alexandra Meissnitzer usw., "denn auf so einem Hang kann man mit Erfahrung viel wettmachen".

Favoritin Pärson als große Unbekannte
Insgesamt erwartet sich Mandl aber eher etwas von der jungen Slalom-Truppe als viel im Riesentorlauf. "Weil die meisten auf einem Level fahren. Für Top-Ten-Plätze sind alle gut, Ausreißer nach oben waren im Training aber selten."

Die große Favoritin in Aspen ist und bleibt aber Sölden-Siegerin Anja Pärson, obwohl sie gleichzeitig die große Unbekannte ist. Während praktisch alle Teams zusammen in Colorado trainierten, übte die Weltcup-Titelverteidigerin zu Hause in Tärnaby.

(apa/red)

26.11.2004 08:41