Tourneesieger Pettersen musste zu-nehmen: "Mit neuem Körper geduldig sein"
- Baute wegen neuem Reglement Muskelmasse auf
- Qualifikation in Kuusamo wegen Wind abgesagt
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Mit "neuem Körper" präsentiert sich Tourneesieger Sigurd Pettersen beim Auftakt zum Skisprung-Weltcup am Freitag in Kuusamo (FIN). Das Reglement schreibt ab der Saison 2004/05 gemäß "Body Mass Index" ein Mindestgewicht für die maximal zulässige Skilänge vor und da war der leichtgewichtige Norweger der Hauptbetroffene. Pettersen, 1,80 m groß, musste rund fünf Kilogramm an Muskelmasse zulegen, um weiterhin 2,63 m lange Ski verwenden zu dürfen.
Hätte Pettersen sein Körpergewicht von 60 kg aus der vergangenen Saison gehalten, hätte er nun mit 2,52 m kurzen Ski springen müssen. Diese elf Zentimeter Unterschied bedeuten laut FIS-Untersuchung knapp vier Meter an Weite. Verständlich, dass sich der vierfache Saisonsieger für Zunehmen entschieden hat. "Es war schwierig, in kurzer Zeit Gewicht aufzubauen, aber so sind die Regeln", sagte Pettersen, der mit mehr Muskelmasse technische Änderungen beim Absprung etc. vornehmen musste. "Da musste ich sehr geduldig sein, ich darf nichts erzwingen."
Kojonkoski: "Pettersen wieder stark aber vielleicht nicht so beständig"
Trainer Mika Kojonkoski, der frühere ÖSV-Coach, hat hingegen sechs Kilogramm abgenommen. Der Finne ist mit seiner Familie nach Südspanien übersiedelt und betreibt selbst viel Sport. Pettersen traut er trotz der geänderten Voraussetzungen im WM-Winter viel zu. "Er wird wieder stark sein, aber vielleicht nicht so beständig wie vergangene Saison."
Für Walter Hofer, den Renndirektor des Weltverbandes, war die Einbeziehung des BMI ein wichtiger Schritt, um ständige Diskussionen um leichtgewichtige Athleten und Gefahr von Magersucht hintanzuhalten. "Es besteht für die Athleten kein objektiver Druck mehr, Gewicht zu machen. Jeder darf sein als optimal erachtetes Körpergewicht behalten, wir definieren die richtige Skilänge dazu", erklärte der Österreicher. So werden etwaige Disqualifikationen (Springer werden mit Anzug und Schuhen gewogen) auch nicht mit zu leichten Athleten, sondern mit zu langen Ski begründet.
Qualifikation wegen starken Windes abgesagt
Indessen ist die für Donnerstagabend geplante Qualifikation für den Weltcup-Auftakt der Skispringer wegen starken Windes abgesagt worden. Einen neuen Termin legte die Jury des Internationalen Skiverbandes (FIS) noch nicht fest. Eine Entscheidung darüber soll am Freitagvormittag getroffen werden. Am Freitagabend steht das erste Springen in dieser Saison auf dem Programm.
(apa)
