Volleyball-Champions League: hotVolleys-Erfolg gegen Novi Sad hatte vier Väter
- Motivation durch Kleinmann, Wechsel von Coach Cretu
- Leistungsexplosionen von Lippitsch und Sanko
Volleyball-Meister Aon hotVolleys scheint derzeit mit sieben Leben in seine Champions-League-Partien zu gehen. In Athen gegen Panathinaikos hatte bei 0:2 kaum noch jemand auf die Wiener gesetzt, nun daheim gegen Novi Sad wurde in Gruppe B ein zweimaliger Satzrückstand aufgeholt. Beide Male wurden Matchbälle abgewehrt, beide Male gewann der ÖVV-Champion noch 20:18 in Satz fünf. Damit bleibt ein Champions-League-Platz Österreich schon fast fix erhalten, ist auch der Aufstieg ins Achtefinale wohl nur einen Sieg entfernt.
Der 3:2-Erfolg gegen die Serben hat vier Väter, u.a. Manager Peter Kleinmann. Der Motivationskünstler machte seine Spieler in den Tagen vor dem Spiel so richtig heiß aufs Gewinnen, indem er überall im Budocenter den Novi-Sad-Kader samt dem Slogan "Wir besiegen sie" plakatierte. Darko Antunovic und Co konnten gar keinen anderen Gedanken als den an den Triumph haben. Das Umsetzen der Devise ist freilich eine andere Sache. Trainer Gianni Cretu: "Das war nach dem 0:3 gegen Tirol schwierig. Novi Sad hat ja eine Armada im Kader."
Lippitsch mit "Spiel seines Lebens"
Der Coach hatte mit zwei Wechseln nach dem verunglückten ersten Satz selbst großen Anteil am Sieg. So bekam Hanno Lippitsch am Mittelblock an Stelle von Kapitän Gerald Reiser eine Chance - und nützte sie. "Das war das Spiel seines Lebens", lobte Kleinmann. 78 Prozent der Angriffe des ÖVV-Teamspielers resultierten in Punkten, eine extrem hohe Quote. Seit dem verlorenen Cup-Finale gegen Tirol im März hatte Lippitsch neun Topspiele lang auf seinen Einsatz gewartet. "Hätte ich das nicht genützt, wäre es auf Monate vorbei gewesen."
Russe Sanko blickt schon auf mögliches Duell mit Landsleuten
Pikant, dass Lippitsch für Donnerstag ein Gespräch mit Cretu über sein Reservisten-Dasein geplant hatte. Nun sollte er schon am Mittwoch bei Lewski Sofia wieder auf dem Parkett stehen. Das trifft auch auf Sanko zu, der Russe hatte gegen Novi Sad zu Beginn dem kränkelnden Roko Sikiric den Vortritt lassen müssen. Doch dann drehte auch er das Spiel. "Ich musste das tun, möchte ja gegen Dynamo Moskau oder Belgorod spielen", sprach Sanko augenzwinkernd ein mögliches K.O.-Duell im Achtelfinale mit seinen Landsleuten an.
hotvolleys müssen Tirol Daumen drücken
Uneingeschränkt war die Freude bei den hotVolleys aber nicht, denn das 3:2 von SCC Berlin über Sisley Treviso in Pool C kam ungelegen. Damit muss das noch satzlose Hypo Tirol wohl zumindest beide Matches gegen die Deutschen gewinnen, um dem drohenden fünften Gruppenplatz noch zu entgehen. Dieser würde für Österreich den Verlust des zweiten Champions-League-Platzes bedeuten, nur der Meister wäre dann in der nächsten Saison international top dabei. Angesichts zweier 0:3-Schlappen gegen Tirol eine ungute Vorstellung für die hotVolleys.
(apa)
