Überfall auf afghanische Hilfsorganisation: Talibankämpfer töten drei Mitarbeiter
- Bei Schießerei mit Polizei wurden vier Beamte verletzt
- UN-Organisation überlegt jetzt Rückzug aus Gebiet
Mutmaßliche Talibankämpfer haben am Sonntag das Büro einer afghanischen Hilfsorganisation gestürmt und drei Beschäftigte getötet. Bei einer anschließenden Schießerei mit Sicherheitskräften wurden nach Polizeiangaben vier Beamte verletzt. Die etwa 30 Täter seien in sechs Fahrzeugen vor dem Büro in Delaram in der südwestafghanischen Provinz Nimroz vorgefahren, sagte ein Polizeisprecher weiter.
Die Toten seien ein Koch, ein Wachmann und ein weiterer Beschäftigter, die in dem Haus geschlafen hätten, erklärte ein Sprecher der Freiwilligen Vereinigung für die Rehabilitation Afghanistans, Nadschamuddin Modschaddedi. Ein weiterer Wachmann werde vermisst.
Seine Organisation prüfe, sich aus der Region zurückzuziehen, wo sie seit 14 Jahren an landwirtschaftlichen Projekten arbeitet, sagte Mojaddedi. In Delaram verteilt die Gruppe Saatgut im Auftrag des UN-Welternährungsprogramms (WFP) und baut mit niederländischer und italienischer Unterstützung Schulen und Brunnen.
In diesem Jahr kamen in Afghanistan mehr als 40 Mitarbeiter von Hilfs- und Wiederaufbauorganisationen ums Leben. Betroffen waren vor allem der Süden und Osten des Landes, wo militante Islamisten ihre Hochburgen haben. Zuletzt waren am 3. August in der Provinz Paktia zwei Afghanen getötet worden, die für den deutschen Malteser Hilfsdienst arbeiteten.(apa)
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