Mittwoch, 24. November 2004

Neues Kapitel in Beziehungen: Chirac will
"wahre Partnerschaft" mit Libyen aufbauen

  • Frankreich sagt Hilfe bei ziviler Atomenergienutzung zu

Frankreichs Präsident Jaques Chirac hat bei seinem ersten offiziellen Besuch in Libyen eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Regierung in Tripolis angekündigt. Er strebe nach "turbulenten Jahrzehnten" einen engen Dialog und eine "wahre Partnerschaft" an, sagte Chirac am Mittwoch nach einem Treffen mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi.

Frankreich erkenne die libysche Abkehr von Massenvernichtungswaffen an und sei bereit, seine Beziehungen zu dem Land wiederaufzunehmen.

Nach Angaben des Sprechers von Chirac will Frankreich Libyen unter strenger internationaler Kontrolle auch bei der Entwicklung eines zivilen Atomprogramms helfen. Zudem will das Land laut Chirac sein wirtschaftliches Engagement in Libyen ausbauen.

Vor sechs Wochen war bereits der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Gaddafi zusammengetroffen. Zuvor hatten der britische Premierminister Tony Blair und ein US-Regierungsmitglied der Führung in Tripolis ihre Aufwartung gemacht. Alle diese Staaten erwarten sich, von Geschäften mit dem ölreichen Wüstenstaat profitieren zu können. Die Beziehungen der EU-Staaten zu Libyen waren lange gestört gewesen, weil sich Gaddafi weigerte, die Verantwortung für mehrere blutige Anschläge zu übernehmen, dem Terror abzuschwören und Entschädigungen zu zahlen. Dies hat Gaddafi unterdessen jedoch getan. (apa)

24.11.2004 22:31