Gehrer zu PISA-Studie: "Beharrende Kräfte" blockieren wichtige Schulreformen
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Bildungsministerin Gehrer sieht die Verantwortung für die mangelnde Umsetzung von Reformen im Schulbereich bei nicht näher bezeichneten "beharrenden Kräften". So gehe auch ihr das Umsetzen vieler Maßnahmen zu langsam, so Gehrer am Sonntag in der ORF- "Pressestunde". Das zu erwartende schlechtere Abschneiden Österreichs bei der PISA-Studie führte sie unter anderem darauf zurück, dass die Meinung vorherrsche, dass man bei Prüfungen und Tests in der Schule nicht zu viel verlangen dürfe.
Als Ursachen für mittelmäßige PISA-Ergebnisse nannte Gehrer, dass man aus einer Zeit komme, in der Leistung nicht sehr im Vordergrund gestanden seien. Außerdem gebe es an den österreichischen Schulen rund zehn Prozent ausländische Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen würden.
Gegen Gesamtschule
Wenig hält Gehrer von der von der SPÖ geforderten Einführung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14- Jährigen. Zwar meinte sie, dass sie für eine solche kämpfen würde, "wenn mich jemand überzeugen kann, dass die Gesamtschule das Allheilmittel ist". Gleichzeitig meinte sie allerdings, dass eine Einheitsschule in einer multikulturellen Gesellschaft keine Lösung sei: Wenn PISA-Sieger Finnland gleich viele ausländische Kinder in den Klassen sitzen hätte, würde es dort auch anders aussehen.
Pragmatisierung von Lehrern ist Auslaufmodell
Die Pragmatisierung von Lehrern hält Gehrer nach wie vor für ein Auslaufmodell. Im Zuge der Schaffung eines neuen Besoldungssystems werde diese erneut zur Diskussion stehen. Im Schulwesen stehe genügend Geld zur Verfügung, betonte Gehrer. Österreich gebe für Bildung mehr Geld aus als Deutschland, Finnland und Spanien und liege auch über dem OECD-Schnitt.
Zu Änderung des ÖH-Wahlmodus'
Durch die geplanten Änderungen beim Hochschülerschaftsgesetz, die unter anderem eine Abschaffung der Direktwahl des österreichweiten Studentenparlaments vorsehen, hofft Gehrer auf eine steigende Beteiligung bei den ÖH-Wahlen. Sowohl die Direktwahl als auch die Entsendung von Delegierten seien demokratische Modelle, so Gehrer.
Absage an SPÖ als Koalitionspartner
Für die ÖVP sei die SPÖ derzeit kein möglicher Koalitionspartner, so Gehrer. "Es kommt darauf an, welche mutigen Schritte ein Partner bereit ist zu machen." "Nach den derzeitigen Umständen erfüllt sie diese Kriterien nicht. Aber das kann sich nach den Wahlen ändern."(apa)
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