"Ich will nicht Parteivorsitzender werden" Häupl stellt sich voll hinter Gusenbauer
- Soll bei Wiederwahl am Parteitag sehr gut abschneiden
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Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Häupl hat neuerlich ausgeschlossen, dass er Bundesparteivorsitzender werden möchte. Er stellte sich voll hinter den amtierenden Parteichef Alfred Gusenbauer. Er wolle, dass Gusenbauer bei seiner Wiederwahl am Parteitag Anfang nächster Woche "sehr gut abschneidet und nächster Bundeskanzler wird", sagte Häupl einem Radio-Interview. Er schloss auch aus, dass die Salzburger LH Gabi Burgstaller Bundesparteichefin werden wolle, "nicht nur für diesen Parteitag".
"Ich will nicht Parteivorsitzender werden. Und ich kritisiere daher auch indirekt nicht Alfred Gusenbauer. Wenn ich ihm etwas zu sagen habe, sage ich ihm das auch selber", so Häupl wörtlich. Er geht von einer "klaren und deutlichen" Mehrheit für Gusenbauer aus: "Die österreichischen Sozialdemokraten wissen sehr gut, dass man mit dem Abmontieren eines Vorsitzenden keine künftigen Wahlen gewinnen kann."
Der Chef der mächtigen Wiener SPÖ räumte zwar ein, dass es in den vergangenen Jahren "zum Teil" auch Fehler gegeben habe, "die in der Partei verursacht worden sind" - beeilte sich aber, dem Erfolge unter Gusenbauer gegenüberzustellen: Die Wahlerfolge der letzten vier Jahre, die inhaltliche Arbeit, die "ganz gewaltig" gewesen sei, und die Sanierung der Finanzen. "Das ist eine ganz ordentliche Leistung, sehr gut. Deshalb hat er ja auch meine Unterstützung." Auch die - früher von ihm kritisierte - Kommunikation in der Partei habe sich durchaus verbessert. "Es kann niemand behaupten, dass es heute ist wie 2000 oder 2001."
Im Zusammenhang mit der Performance der SPÖ in der Opposition betonte Häupl auch: "Die SPÖ ist eine natürliche Regierungspartei, zweifelsohne nicht die geborene Oppositionspartei." Das gelte auch für die ÖVP, deren Oppositionszeiten auch "nicht gerade glorios" gewesen seien. Aber "ich denke, dass es die SPÖ mittlerweile ganz gut kann" - wenngleich sie freilich nie eine "fundamentale Opposition" werde, denn "das ist nicht ihre Natur".
"Vollinhaltlich" unterstützt Häupl den von der Parteijugend eingebrachten Parteitagsantrag, mit dem eine Koalition mit einer rechtspopoulistischen FPÖ klar abgelehnt werden soll. Dieser Beschluss sei ja schon beim letzten Wiener Parteitag gefasst worden. Was die Kärntner blau-rote Zusammenarbeit betrifft, sollte die SPÖ nicht wortbrüchig werden - aber "ich bin nicht überzeugt, dass das noch sehr lange dauern wird". Denn LH Jörg Haider plane ja gerade seinen nächsten innenpolitischen Feldzug.
Nicht ausschließen wollte Häupl, dass die Wiener Gemeinderatswahlen - die im März 2006 auf dem Programm stehen - auf 2005 vorgezogen werden. Das könne er nicht, denn dann würde er sich gleichzeitig "Hand- und Fußfesseln anlegen", so Häupl.(apa/red)
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