Freitag, 26. November 2004

Heftige Diskussion um Personalstand: Zahl der Polizisten wird immer kleiner

  • Knapp 1000 Beamte weniger seit dem Jahr 1999
  • "Die Personalvertreter vergleichen Äpfel mit Birnen"

Um den Personalstand bei der Polizei ist eine heftige Diskussion zwischen der Polizeigewerkschaft und dem Innenministerium entbrannt. Polizeigewerkschafts-Vorsitzender Franz Pail warf Ressortleiter Strasser vor, der Stand der Polizisten habe sich "vom Jahre 1999 bis September 2004 von 10.477 auf 9.741 verringert".

Ministersprecher Johannes Rauch erklärt: "Die Verunsicherungspolitik der Gewerkschafter geht weiter." Die Personalvertretungswahlen in der kommenden Woche hätten es möglich gemacht, dass der "jahrelang von Innenminister Strasser verheimlichte tatsächliche Personalstand ans Tageslicht musste", so Pail. "Der Personalschwindel ist endlich aufgedeckt."

"Personal fehlt an allen Ecken und Enden"
Immer wieder habe die Polizeigewerkschaft darauf hingewiesen, dass der tatsächliche Personalstand bei der Polizei ständig sinke. "Das Minus von 736 PolizistInnen österreichweit kann nicht mehr vertuscht werden. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal und Geld. Und die Kriminalität hat seit 1999 alleine in Wien um 67 Prozent zugenommen."

"Die Personalvertreter vergleichen Äpfel mit Birnen", sagte Rauch. Die Rechnung der Gewerkschaft basiere auf dem Stellenplan, so das Ministerium. Dieser sei weder 1999 noch 2004 zu 100 Prozent ausgefüllt gewesen, daher wurde nicht der tatsächliche Personalstand verglichen. Zudem sage der Stellenplan nichts über das Verhältnis zwischen Innen- und Außendienstmitarbeitern aus. "Faktum ist: Es gibt mehr Beamte im Außendienst als im Jahr 2000. Beispiel Wien: Am 1. Jänner 2000 versahen 5.181 Beamte Außendienst, im Sommer 2004 waren es 5.303", so Rauch. (apa)

26.11.2004 14:04