Lern- & Leseschwäche: "Zum Teil falsche" PISA-Daten entfachen Bildungsdebatte
- Gusenbauer-Kritik an Gehrers "Beschwichtigungskurs"
- ÖVP wittert international einen schweren Schaden
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Die nationalen Projektleiter der internationalen OECD -Bildungsvergleichsstudie PISA, Günther Haider und Claudia Reiter, haben am Donnerstag die Vorab-Veröffentlichung einzelner isolierter Daten der PISA-Studie 2003 kritisiert und versucht, diese zu relativieren: "Diese Vorabmeldungen enthalten zum Teil falsche, zum Teil unvollständige oder missverständliche Informationen", hieß es. Dennoch ist die Debatte darüber voll entbrannt.
Die PISA-Experten wollten die bisher bekannt gewordenen Daten wegen der bestehenden Sperrfrist (7. Dezember, 00.01 Uhr) weder dementiert noch kommentieren. Gleichzeitig hielten sie aber fest, dass "die einseitige Darstellung einzelner Rangplätze ohne die Berücksichtigung von statistischen Bandbreiten und internationalen Bezugspunkten zu falschen Interpretationen führen kann".
Erneut im Kreuzfeuer der Kritik stand Bildungsministerin Gehrer. Deren "Beschwichtigungskurs" sei endgültig gescheitert, sie müsse ihre "Blockadepolitik" gegenüber den Vorschlägen der Zukunftskommission für die Schule aufgeben, meinte SP-Chef Gusenbauer, der eine grundlegende Modernisierung des Bildungssystems für notwendig erachtet.
Die Grünen werfen Gehrer "langfristige Versäumnisse" vor, alle bei der aktuellen PISA-Studie getesteten Schüler hätten ihre komplette Schullaufbahn unter der Ära der seit 1995 amtierenden Ministerin absolviert.
Für die Freiheitlichen forderte deren Bildungssprecherin Mares Rossmann die Rücknahme der 1998 von Gehrer eingeführten flexiblen Schuleingangsphase. Lernschwächen würden damit in die oberen Klassen mitgeschleppt.
"International schweren Schaden" fügt Österreich nach Ansicht von ÖVP-Bildungssprecher Amon die derzeitige Diskussion über einzelne kolportierte Zahlen aus der PISA-Studie zu, der SPÖ warf er in diesem Zusammenhang einen "Spekulationswettlauf" vor. (apa)
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