HIV-Situation bleibt in Österreich stabil: Bisher 2.400 Erkrankte, jährlich 300 Neue
- Pro Jahr lassen sich 10 % der Österreicher untersuchen
- Weltweit mit 39,4 Millionen Menschen neuer Rekord
Fast 40 Millionen HIV-Infizierte und in diesem Jahr 3,1 Millionen Todesopfer. Das ist die diesjährige Bilanz des UN-Aids-Programmes. Während international die Zahl der Infizierten und der Opfer - wegen der mangelnden Behandlungsmöglichkeiten für die Millionen Betroffenen in den ärmeren Ländern - weiter in die Höhe schnellen, liegt in Österreich eine ruhige Situation vor.
"Die Lage ist eigentlich stabil wie eh und je. Die Prävalenz (Häufigkeit des Vorhandenseins einer HIV-Infektion, Anm.) steigt aber ein wenig an. Pro Jahr kommen rund 300 HIV-Positive hinzu", sagte Dr. Jean-Paul Klein vom Gesundheitsministerium aus Anlass des Welt-Aids-Tages (1. Dezember) gegenüber der APA.
Mit Stichtag 29. Oktober sind in Österreich bisher 2.389 Personen an der Immunschwäche erkrankt. Das Aids-Virus hat 1.382 Todesopfer gefordert. Insgesamt dürfte in Österreich mit rund 7.200 Menschen zu rechnen sein, welche HIV-positiv sind. Über die Zahlen hat es in den vergangenen 20 Jahren fast ständig Diskussionen gegeben. Mittlerweile gibt es aber relativ genaue Daten. Rund 4.000 von HIV betroffene Personen sind in den österreichischen Behandlungszentren bekannt.
Bisher knapp 1.400 Tote
Der Experte: "Wenn man sich darauf einigt, dass im Jahr 2000 in Österreich rund 6.000 HIV-Positive lebten und per anno rund 300 hinzu kommen, steigt eben die Zahl der Betroffenen von Jahr zu Jahr leicht an." Ausschlaggebend dafür ist zu einem Großteil die moderne und hoch wirksame Kombinationstherapie bei Aids. Starben im Jahr 1993 - zwei Jahr vor Einführung der neuen Behandlungs-Modalitäten - 174 Menschen an der Immunschwächekrankheit, waren es im Jahr 2003 schließlich zwölf und bis zum 1. Oktober 2004 zwei Todesfälle, die zu verzeichnen waren.
Doch völlige Entwarnung ist nicht zu geben. Immerhin dürfte die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit HIV in Österreich ansteigen. Die Gründe dafür sind nicht leicht zu eruieren. Klein: "Hier gibt es keinen eindeutigen Trend." Jedenfalls müsste man in Österreich an sich - außer es gibt irgendwelche Personengruppen, in denen HIV wirklich unentdeckt zirkuliert - eine sehr gute Übersicht über die Situation haben. Der Experte: "Die Zahl der in Österreich pro Jahr durchgeführten HIV-Tests beträgt rund 700.000." Das bedeutet, dass fast zehn Prozent der Bevölkerung pro Jahr - vor allem über Spitalsaufenthalte - auf eine Infektion untersucht werden.
Zahl der Neuinfektionen
(apa/red)
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