Alfred Gusenbauers neuer Kanzler-Anlauf: So will der SP-Chef am Parteitag punkten!
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·Gusenbauer im NEWS-Interview!
Warum der SP-Chef an die Kanzlerchance glaubt
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Was Fachleute dem SPÖ- Vorsitzenden raten würden
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Am 29. und 30. November findet unter dem Motto "Startklar. Für Österreich" der 38. Ordentliche Bundesparteitag der SPÖ im Austria Center Vienna statt. Alfred Gusenbauer startet dort einen neuen Anlauf - 2006 will er ins Kanzleramt einziehen. NEWS berichtet vorab, wie Gusenbauer am SP-Parteitag per Kampfansage an den Kanzler punkten will. Warum er noch an seine Kanzler-Chance glaubt und wie schmutzig das rot-schwarze Duell bis zum Wahltag wird.
Der Parteitag ist wohl der Höhepunkt des roten Herbstes: In einer programmatischen Rede - "hoffentlich nimmt das keine Fidel-Castro-Ausmaße an", meint eine SP-Funktionärin - will Gusenbauer beim Parteitag einen letzten Anlauf unternehmen, um seine Partei davon zu überzeugen, dass er doch der Richtige ist. Als Parteichef, als der er sicher wiedergewählt wird, und als Kanzlerkandidat, wofür in manchen SP-Tresoren noch immer Alternativszenarien für Frühjahr 2006 schlummern.
"Gusti Startklar" bleibt picken
Leicht wird das Unterfangen für Gusenbauer freilich nicht. Schließlich ist dem Mann in letzter Zeit wahrlich nichts erspart geblieben:
Gleichstand in Umfragen
Dass selbst SP-freundlichere Institute trotz aller Regierungskalamitäten zur Pensionsreform von Gleichstand reden, der einstige Vorsprung von sieben Prozentpunkten perdu ist, lässt bei manchem SPler Angela Merkel als Alptraum erscheinen, die unter ähnlichen Voraussetzungen gerade in Deutschland an Kanzler Gerhard Schröder zerschellen dürfte.
Starker Tobak für einen, der allen Widerständen zum Trotz mit jeder Faser nur ein Ziel verfolgt: "Ich will Kanzler werden."
Und Gusenbauers ganz persönliches Mantra, dass er bei Hunderten Auftritten in ganz Österreich "ein starkes Bedürfnis nach einem Kurswechsel, ein wesentlich stärkeres als 2002" verspürt, scheint letztlich irgendwie zu wirken. "Der hat ja sogar fast einen Schmäh. Das merkst du im Fernsehen nie", meint etwa einer der Gärtner, der Gusenbauer im Gewirr der Simmeringer Glashäuser zwischen Gemüsesteigen und einem Heurigentisch mit Blunze, Presswurst und Grünem Veltliner erstmals live zu Gesicht bekam.
Lebensversicherung Häupl
Kritik, die einen nicht anficht: Alfred Gusenbauer, der wild entschlossen ist - wenn schon die Medienlandschaft seinen Polit-Ergüssen so feindlich gegenübersteht -, die Botschaft eben direkt an die Wähler zu bringen. Und so muss er sich (der Haken an derartigen Touren) darauf verlassen, dass Mitstreiter wie Michael Häupl in Delegiertensitzungen vor dem SP-Parteitag Gusenbauers Überleben an der Heimatfront sichern. Motto: "Schauts nach Kärnten, wo sich die SP durch die Streichorgie für Peter Ambrozy selbst kaputt macht. Wenn und solange wir keine Alternative zu Gusi haben, dürfen wir Gusi am Parteitag nicht streichen."
Laut SP-Insidern scheint klar: Falls nicht bis kommenden Montag noch ein Mega-Hoppala passiert, dürften die großen Drei der SPÖ, Wiens Michael Häupl, Salzburgs Gabi Burgstaller und Oberösterreichs Erich Haider, ihr Ziel erreichen - ein herzeigbares Wahlergebnis für Gusenbauer bei der Wahl zum SP-Vorsitzenden.
Schmutzkübel-Wahl wie in USA?
Über alles, was danach kommt, macht sich indes SP-Manager Norbert Darabos, der zuletzt Heinz Fischers Präsidentschaftswahlkampf erfolgreich managte, schon so seine Gedanken: "Allein wenn man im Parlament sieht, wie etwa VP-Molterer, statt die Pensionsreform zu loben, im allerersten Satz einen angeblichen Zickzackkurs der SP angreift, weiß man: Die VP wird auf allen Linien versuchen, den Schmutzkübelwahlkampf Bushs - siehe: Kerry als Flip-Flopper - aus den USA nach Österreich zu transferieren." So wie er, Darabos, sein VP-Pendant Reinhold Lopatka im Präsidentschaftswahlkampf - bis hin zum Schiedsgerichtsverfahren wegen Sloganklau, Verteilung von Sudelbüchern über Fischer in der VP oder tiefen Inseraten aus CV-Kreisen - erlebt habe, stehe ab sofort Deftiges bevor. Ob "Haschtrafik" und Co aus 2002 oder nun Abtreibungs- und Schwulenehe-Debatte wie bei Bush auch in Österreich ankommen, bezweifelt Darabos: "Erstens schreckt dieses radikal Sektenhafte, das ja die VP in mehrere Flügel von Vincenz Liechtenstein bis zu den jungen Steirern spaltet, bei uns wohl ab. Zweitens könnte der Riss durch die VP die Wahlkampfmaschine schwächen. Drittens hisst damit die VP in den Städten die weiße Fahne - da könnte Schüssel schneller verlieren, als Lopatka bisher glaubt." Zumal die SP in Sachen Kompetenz bei durchaus traditionellen Werten - etwa Familie - in internen Studien sogar vor der VP liege. Darabos: "Auf einem Terrain, wo wir besser als Schüssel liegen, kämpfe ich immer gerne. Willkommen, Herr Lopatka."
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