Jede Fünfte macht schlechte Erfahrungen:
Gewalt gegen Frauen immer noch alltäglich
- Grüne: Mangel an Frauenhäusern und Beratungsstellen
Gewalt gegen Frauen ist in Österreich noch immer erschreckender Alltag: Jede Fünfte macht zumindest einmal in ihrem Leben schlechte Erfahrungen mit einem nahen männlichen Angehörigen. Justizministerin Miklautsch kündigte am Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen an, dass ein Gesetz gegen Psychoterror in Arbeit sei und dass das Wegweiserecht möglicherweise auf sechs Monate ausgeweitet werde.
Durch die Reform des Strafprozessgesetzes sowie durch die Verschärfung des Sexualstrafrechtes habe man bereits die Rechte von Opfern häuslicher Gewalt mehr berücksichtigt, merkte die Ministerin an. Der Tag gegen Gewalt an Frauen habe "durchaus Sinn", da es sich bei 25 Prozent aller gemeldeten Gewaltverbrechen in Österreich um männliche Gewalt gegen Frauen handle.
Die Zweite Nationalrats-Präsidentin und SPÖ- Bundesfrauenvorsitzende Prammer wies auf die Bedeutung und Notwendigkeit der finanziellen Absicherung sowie des Ausbaus der Interventionsstellen gegen Gewalt hin. Sie kritisierte Frauenministerin Rauch-Kallat, "die die dafür nötigen Budgetmittel nicht bereitstellen konnte und nur optional in den Raum gestellt hat, dass eine dauernde finanzielle Absicherung vielleicht 2006 möglich wäre".
Ebenfalls Kritik an der Bundesregierung übten die Grünen: "Es mangelt noch immer an dringend benötigten Frauenhäusern und die Beratungsstellen für sexuell missbrauchte Mädchen und Frauen leiden unter großen Finanznöten. Das Gesundheits- und Frauenministerium hat ihnen einfach die Mittel gekürzt", so Frauensprecherin Weinzinger.
"Es ist schade, dass die SPÖ selbst bei diesem heiklen Thema nicht vor Parteipolemik zurückschreckt", reagierte die stv. Wiener Landesparteiobfrau Marek. Von Kürzungen, wie die SPÖ-Frauen behaupten, könne keine Rede sein. "1999 unter SPÖ-Frauenministerin Barbara Prammer hat das Ministerium nur 976 Millionen Euro für Anti- Gewalt-Maßnahmen ausgegeben, heute sind es 1,7 Millionen", so die Nationalratsabgeordnete. (apa)
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