Saragossa-Boss hat besonderen Faible: Team nur in Hotels mit seinen Matratzen
- Bei Real Saragossa ist das Spielerische Trumpf
- Größter Erfolg war der Europacup-Triumph 1995
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Die Resultate des laufenden Bewerbs
Real Saragossa war im Europacup das erste Mal Gegner eines ÖFB-Vereins. Doch schon zuvor wiesen die Weiß-Blauen einen markanten Österreich-Bezug auf. Von Jänner 1997 bis Dezember 1998 hütete Otto Konrad das Tor des Austria-Gegners im UEFA-Cup. Am Transfer vom SV Salzburg zum aktuellen Tabellenvierten der Primera Division hatte mit Hubert Baumgartner ein Ex-Kollege des Steirers mitgeholfen.
Baumgartner, früherer Austria-Schlussmann, ÖFB-Teamtorhüter, von 1979 bis 1983 selbst ein stolzer Spanien-Legionär (Recreativo Huelva), mit einer Spanierin verheiratet und der spanischen Sprache mächtig, war von Salzburg-Boss Rudi Quehenberger als Konsulent für den Konrad-Wechsel beigezogen worden. "Es war der erste Transfer des jetzigen Saragossa-Präsidenten Alfonso Solans Jr., der kurz zuvor das Amt von seinem verstorbenen Vater übernommen hatte", erinnert sich Hubert.
Solans Firma produziert Matratzen
Der 49-jährige Kärntner begleitete Konrad in der ersten Woche und war von Solans zum ersten Spiel Konrads, das in Madrid gegen Atletico 1:5 in die Hosen ging, eingeladen worden. "Otto hat die Erwartungen letztlich aber erfüllt, viele wichtige Spiele gewonnen und so dazu beigetragen, dass der Klub vom drohenden Abstieg verschont blieb", weiß Baumgartner. Der Kenner der spanischen Szene kennt sogar ein Faible von Solans Jr.
Der Großindustrielle, dessen Firmenimperium Matratzen produziert, lässt seine Mannschaft während nationaler Auswärtsspiele nur in jenen Hotels einquartieren, die seine Produkte verwenden. So quasi unter dem Motto: Die Kicker müssen vor dem Spiel gut schlafen und ausgeruht sein. Es bleibt zu hoffen, dass die "Königlichen" in Wien so gut gebettet sind. Das Logo der Firma "Pikolin" prangt natürlich auf den Dressen des am 18. November 1903 gegründeten Vereins.
Europacup-Triumph 1995
Real Saragossa, Ex-Arbeitgeber von prominenten Kickern wie Cafu, Morientes, Valdano, Brehme oder Antic, nimmt heuer zum bereits 51. Mal an der Meisterschaft der obersten Spielklasse des Landes teil. Die Aragonier hatten zwar schon 1935/36 den erstmaligen Aufstieg geschafft, doch kam es wegen des spanischen Bürgerkriegs damals zu keiner Punktejagd. Sie waren noch nie Meister, gewannen national aber den Cup sechs (zuletzt 2004), den Supercup ein Mal (2004) sowie den internationalen Messestädte-Cup (1966).
Der bisherige absolute Höhepunkt datiert aber vom 10. Mai 1995. Ein "Zaubertor" von Mohamed Ali Hamar Nayim brachte damals das 2:1 in der Verlängerung des Pariser Prinzen-Parks gegen Arsenal London und die Trophäe des Europacups der Cupsieger ein.
Savio und Moreno die Stars der Mannschaft
Saragossa besitzt eine Mannschaft, die weniger den Kampf, sondern die Technik, das Spielerische bevorzugt und das 4-4-2-System praktiziert. Was dem "anderen" Real vielleicht fehlt, ist die Konstanz, das beweisen auch die vergangenen Monate deutlich. Den heurigen Triumphen im Cup (3:2 im Finale gegen Real Madrid) und Supercup (Gesamtscore 3:2 gegen Meister FC Valencia) folgte erst vorige Woche im Cup der Erstrunden-K.O.-Schlag gegen Zweitligist Gimnastic Tarragona (1:2).
"Austria ist vor allem auf den Außenbahnen besser besetzt, außerdem passt derzeit die Mischung", so der Ex-Spanier Baumgartner. Trotzdem müssen Dospel, Afolabi, und Co. höllisch aufpassen. Vor allem auf das Offensivtrio mit den spanischen Stürmern Javi Moreno und David Villa sowie den dahinter agierenden Savio, einem Brasilianer mit französischem Pass. In der Defensive ist Innenverteidiger Milito der Auffälligste in der Truppe des Trainers, der Victor Munoz heißt. Er war u.a. Ex-Teamspieler sowie Spieler von Saragossa, FC Barcelona und Sampdoria Genua war. Munoz ist erst seit 14. Jänner 2004 im Amt. (apa)
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