Montag, 1. November 2004

An der Spitze: Pasching und Rapid sind die
großen Profiteure der "englischen Woche"

  • Paschinger holen Punktemaximum, Rapid wieder Erster
  • PLUS: Alles zur 15. Runde der T-Mobile-Bundesliga

Der FC Superfund und SK Rapid waren in der T-Mobile Fußball-Bundesliga die großen Profiteure der "englischen Woche". Die Paschinger holten als einziger Verein das Maximum von neun Punkten und die Hütteldorfer schwangen sich zum Spitzenreiter auf. Zum Abschluss der 15. Runde verteidigten die Grünweißen, die immerhin sieben Zähler aus den drei Spielen verbuchten, den Mitte der Woche eroberten ersten Tabellenplatz erfolgreich. Obwohl es das Resultat nicht vermuten lässt, fegten sie am Sonntag im Wiener Hanappi-Stadion über Sturm Graz 2:0 hinweg.

"Wir haben attraktiven Fußball gespielt, waren spielerisch weitaus stärker als im Derby und zuletzt in Salzburg, das war das Wichtigste", meinte Rapids Feldherr Josef Hickersberger zur Leistung des Rekordmeisters gegen den Ex-Meister zufrieden. Und er war natürlich "sehr glücklich über die drei erhofften Punkte." Seine Truppe, die bewiesen habe, dass sie auch ohne Ivanschitz gut spielen könne, ist nun schon seit acht Spielen ungeschlagen. Der Mittelfeldspieler, wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel außer Gefecht, wird am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Kienast bleibt vorerst bei Rapid
Das Geduldspiel der Hausherren gegen Sturm wurde nach etwas mehr als einer Stunde durch Roman Kienast erstmals belohnt. Der für den zur Pause verletzt ausgeschiedenen Verteidiger Burgstaller (Verdacht auf Kreuzbandriss) eingewechselte Stürmer erzielte das wichtige 1:0. "Es war glücklich, dass der Ball abgeprallt ist. Ich bin goldrichtig gestanden", meinte Kienast, der wegen Personalmangels vom SCR Altach zurückgeholt worden war. Dort hat er in fünf Partien vier Tore gemacht und die nötige Praxis gesammelt. Sein Vertrag läuft noch bis 2006.

"Ob ich zurück nach Vorarlberg muss, entscheidet einzig und allein Rapid", sagt der Angreifer, der im September gegen GAK für Rapid auch schon getroffen hatte. Hickersberger zum Thema Kienast: "So lange vor allem Kincl und Gartler verletzt sind, bleibt er bei uns." Und zur Rotation im Rapid-Tor bemerkte der Trainer: "Einer der Beiden wird spielen, keiner besitzt Beamtenstatus, damit kommen sie gut zurecht." Diesmal hatte wieder Macho vor Payer den Vorzug erhalten. Macho sieht die Situation ebenfalls gelassen. "Es geht nicht um Persönliches, sondern wir stellen uns in den Dienst der Mannschaft."

"Haben es in der Hand als Erster zu überwintern<"
Gemeinsam wollen auch alle den Platz an der Sonne lange behalten. "Es wird schwierig, aber wir haben es in der Hand als Erster zu überwintern. Wir müssen aber von Woche zu Woche, von Spiel zu Spiel 100 Prozent Leistung bringen", sagt der Torhüter. Wie die Mannschaft am Sonntag aufgetreten ist, das macht auch Kapitän Hofmann zuversichtlich: "Wir haben am Anfang dominiert und uns dann den Sieg erarbeitet. Sturm hatte nur eine Chance, der Sieg war verdient und wir können mit der Ausbeute aus einer Woche sehr zufrieden sein."

Obwohl Nachzügler Sturm auch im 20. Auswärtsspiel in Serie ohne Sieg blieb, gibt sich Hannes Kartnig im Vergleich zu früheren stürmischen Zeit "zahm". Er räumte Rapid zwar viele Chance ein, sprach aber von zwei "billigen Toren". Anderseits wäre jedoch auch der Angriff seiner Mannschaft nicht vorhanden gewesen. "Wir haben wie eine katholische Jungschar brav gespielt, keiner hat so richtig reingehaut", befand der Präsident, der sich um die sportliche Zukunft jedoch keine Sorgen macht. Den jungen Spielern müsse man Zeit geben. Das unterstrich Hickersberger ebenfalls: "Man darf die Nerven nicht verlieren, wichtig ist, dass mann Trainer und Mannschaft arbeiten lässt."

Kartnig avisierte, dass er zwei, drei Routiniers dazu holen wolle. Michael Petrovic ließ jedoch durchblicken, vorerst keine Neuen zu benötigen. Erst im Sommer solle festgelegt werden, in welche Richtung der Verein gehen möchte. Mit der Leistung gegen die "spielerische beste Mannschaft der Liga" konnte der Trainer auch leben. "Die Burschen haben nicht schlecht gespielt und bis zur letzten Minute versucht, ein Tor zu schießen. Für Junge sind drei Spiele in einer Woche schwer zu verkraften, aber sie kämpfen und lernen", meinte Petrovic. Gegen Tirol und Salzburg stehen jetzt zwei Spiele ins Haus, die man laut Innenverteidiger Verlaat "gewinnen muss." (apa/red)

1.11.2004 12:16