Montag, 1. November 2004

Nur noch ein Tag bis zur US-Wahl: Experten erwarten hohe Wahlbeteiligung!

  • Viele junge Wähler werden an den Urnen erwartet
  • Bin-Laden-Video dürfte kaum Auswirkungen haben

Bei der Präsidentenwahl in den USA am Dienstag zeichnet sich die höchste Beteiligung seit mehr als 20 Jahren ab. Sie könnte ebenso hoch oder noch etwas höher sein als 1992 mit 55 Prozent, sagte am Sonntag der Meinungsforscher Andrew Kohut vom Forschungszentrum Pew. Auf networld.at sind Sie in der Wahl-Nacht über die aktuellsten Ereignisse immer top-informiert!

Landesweit ermittelte das Institut in seiner jüngsten Umfrage einen leichten Vorsprung für Amtsinhaber Bush vor seinem Herausforderer Kerry.

Ein ungewöhnlich hoher Anteil von 84 Prozent der befragten Amerikaner hält die Abstimmung am Dienstag für besonders wichtig. Vor vier Jahren waren es nur 67 und vor acht Jahren nur 61 Prozent. Das Pew-Institut erwartet vor allem bei jungen Wählern eine rege Beteiligung.

Bin-Laden-Video ohne Auswirkungen
Das vor einigen Tagen ausgestrahlte neue Video von El Kaida-Chef Osama bin Laden habe laut zahlreichen Wählerbefragungen auf die Wahlen keinen Einfluss, schreibt die "New York Times". Die Zeitung hat nach eigenen Angaben Dutzende Interviews in fünf besonders umkämpften Bundesstaaten durchgeführt und dabei keine Auswirkung der Bin Laden- Botschaft gefunden.

Weder deklarierte Wähler von Präsident Bush noch Anhänger von Senator Kerry, aber auch nicht die wenigen noch immer Unentschiedenen zeigten sich von dem Video beeinflusst. Die Befragungen seien zwar keine wissenschaftlich durchgeführte Umfrage, könnten jedoch die Stimmungslage recht gut wiedergeben, so die "New York Times".

Während die Republikaner das Video als Bestätigung für ihre Wahlentscheidung betrachteten, wonach Bush mehr Sicherheit gegen die Terrorgefahr gewährleisten könnte, sahen Demokraten die Botschaft als Beweis des Versagens des Präsidenten im Kampf gegen Terror. Die Tatsache dass Osama bin Laden weiterhin frei sei und in Videos Droh- Botschaften verfassen könne spräche für einen Kurswechsel und für Kerry. Die nach eigenen Angaben Unentschiedenen sagten, sie würden sich durch das Video in ihrer Wahlentscheidung nicht beeinflussen lassen.

Auch über die mutmaßlichen Intentionen von Bin Laden waren die Befragten geteilter Meinung: Während eine Hälfte vermutete, der Terroristenführer wollte die Amerikaner zur Wahl Kerrys motivieren, meinte die andere Hälfte dass Bin Laden damit eine Wiederwahl von Bush beabsichtigte.

Bin Laden hatte sich in dem vom Sender "Al Jazeera" ausgestrahlten Video so klar wie nie zuvor zu den Anschlägen auf New York und Washington am 11. September 2001 bekannt und gleichzeitig neue Anschläge angedroht.

(apa)

1.11.2004 10:50