Wieder UNO-Inspektoren in den Irak? IAEO-Chef El Baradei plädiert für Rückkehr
- Untersuchung von gefährlichen Anlagen notwendig
- Iran: El Baradei fordert Stopp der Uran-Anreicherung
Der Direktor der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO oder IAEA), Mohamed El Baradei, hat sich dafür ausgesprochen, den Irak wieder unter Beobachtung der Vereinten Nationen (UN) zu stellen. In seiner jährlichen Rede vor der UN-Generalversammlung in New York äußerte er am Montag die Hoffnung, dass die Inspektoren der UN-Behörde ihre Arbeit im Irak wieder aufnehmen könnten, sobald es die Sicherheitslage dort zulasse.
Dies gelte vor allem für die Untersuchung von Anlagen, die in verschiedenster Weise genutzt werden könnten und zum Missbrauch einladen würden. Die IAEO war seit dem von den USA geführten Irak-Krieg zum Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein im Frühling 2003 kaum in dem Golfstaat präsent gewesen.
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass im Irak rund 350 Tonnen Sprengstoff aus einer Atomanlage verschwunden sind. Die IAEO hat die US-Regierung nach eigenen Angaben mehrfach darauf hingewiesen, die militärische Anlage Al-Kakaa zu schützen. Das dort entwendete Material kann nach Angaben von Diplomaten auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.
El Baradei forderte am Montag zudem den Iran auf, seine Uran-Anreicherung einzustellen. Das iranische Parlament hatte am Sonntag ein Gesetz verabschiedet, dass die Regierung zur Fortsetzung des umstrittenen Programms verpflichtet.
Auch Nordkorea stelle als isolierter kommunistischer Staat eine ernst zu nehmende Herausforderung für den Atomwaffen-Sperrvertrag dar, sagte El Baradei. US-Regierungsvertreter vermuten, dass das asiatische Land bereits über Atomwaffen verfügt und Material für weitere besitzt. Die USA beschuldigen Nordkorea ein geheimes Programm zur Uran-Anreicherung zu betreiben. Die Regierung in Pjöngjang hat dies stets bestritten. (apa/red)
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