Nächste Geiselnahme: Amerikaner, Asiate und Araber in Bagdad entführt
- Bereits 160 Ausländer wurden im Irak verschleppt
- Vizegouverneur von Bagdad und Kamermann getötet
Bewaffnete haben in Bagdad einen Amerikaner, einen Nepalesen und mindestens drei irakische Wachmänner verschleppt. Die Angreifer stürmten nach Sonnenuntergang das Gebäude einer saudiarabischen Baufirma im Stadtteil Mansur und entführten sechs Männer, wie die Polizei mitteilte. Es kam zu einer Schießerei, bei der ein Angreifer und ein Wachmann getötet wurden. Bei der Firma handelt es sich demnach um die Saudi Arabian Trading and Contracting Company.
Zwölf amerikanische Staatsbürger wurden bisher im Irak gekidnappt oder werden vermisst. Schon im September hatten Aufständische zwei Amerikaner und einen Briten aus ihrem Büro im Nobelviertel Mansur entführt. Alle drei wurden später getötet. In diesem Jahr wurden insgesamt mehr als 160 Ausländer im Irak gekidnappt. Entweder, um politische Ziele durchzusetzen, oder um Lösegeld zu erpressen. Mindestens 33 Geiseln wurden getötet.
Überschattet von der neuen Geiselnahme und mehreren Anschlägen und Gefechten begann derweil die Registrierung der Stimmberechtigten für die für Ende Jänner geplanten Wahlen. In Bagdad ließ sich allerdings nur eine Hand voll Menschen in die Listen eintragen. Sie wollten nicht gefilmt werden, aus Angst, von Aufständischen erkannt zu werden. Im ganzen Land wurden 550 Registrierungszentren geöffnet, in denen sich Wähler und Kandidaten sechs Wochen lang eintragen lassen konnten. Wie der Sprecher der Wahlkommission, Farid Ajar, sagte, drohten Anhänger des Extremistenführers Abu Musab al Zarqawi den Wahlhelfern mit dem Tod, falls sie sich weiter an der Vorbereitung der Wahlen beteiligten.
Am Montag fiel der Vizegouverneur von Bagdad, Hatem Karim al Bayati, einem Attentat zum Opfer. Nach offiziellen Angaben wurde er auf dem Weg zur Arbeit von vorbeifahrenden Männern erschossen. Zu der Tat bekannte sich die Ansar-al-Sunnah-Armee, die schon mehrfach die Verantwortung für Anschläge übernommen hat.
Ein Kameramann, der unter anderem für die Fernsehnachrichtenagentur APTN arbeitete, wurde tödlich getroffen, als er Kämpfe in Ramadi filmte. Diaa Najm ist vermutlich der 24. Journalist, der in diesem Jahr im Irak ums Leben kam. In Ramadi wurde auch eine Frau bei einem amerikanischen Granatangriff getötet, wie Augenzeugen berichteten. Zuvor hätten Aufständische Raketen abgefeuert. Nach Krankenhausangaben wurden die zwei Kinder der Frau verletzt. (apa/red)
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