Montag, 1. November 2004

Ärger über fehlenden Sohn: Ägyptischer Muezzin tötet vier seiner sieben Töchter

  • Im Blutrausch schlafende Kinder niedergestochen
  • Angst: Töchter könnten eines Tages unzüchtig werden

Aus Ärger, keinen Sohn zu haben, hat ein ägyptischer Muezzin auf seine schlafenden sieben Töchter eingestochen und vier von ihnen getötet. Die drei anderen Mädchen wurden bei der Bluttat verletzt, wie die Polizei in der oberägyptischen Provinz Sohag mitteilte. Die Frau von Abdel Nasser Ibrahim hatte kurz zuvor das Haus verlassen, nachdem ihr Mann ihr in einem heftigen Streit Versagen vorgeworfen hatte, Söhne zu gebären.

Die vier getöteten Mädchen waren sieben, acht, zehn und 15 Jahre alt. Ibrahim erklärte bei seiner Festnahme unter Tränen, er sei kurzzeitig vom Wahnsinn befallen gewesen

Aber auch die Sorge, seine Töchter könnten eines Tages unzüchtig werden, habe ihn zu der Tat verleitet. Nachbarn berichteten, der streng konservative moslemische Gebetsrufer habe seine Töchter niemals zur Schule gehen lassen. In Oberägypten ist dies trotz einer intensiven Bildungskampagne der Regierung noch immer keine Seltenheit. (apa/red)

1.11.2004 17:57