Selbstmord-Anschlag auf Markt in Tel Aviv: Mindestens vier Tote, viele Verletzte
- 16-Jähriger sprengte sich auf belebtem Basar in die Luft
- Marxistische PFLP bekennt sich zu Angriff
Der Selbstmordattentäter, der in Tel Aviv drei Israelis mit in den Tod gerissen hat, war erst 16 Jahre alt. 32 Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt, als der Täter seinen Sprengsatz an einem Gemüse-Stand auf dem belebten Carmel-Markt zündete. "Wir haben vier bis fünf Tote gefunden, darunter ist auch der Terrorist", sagte Polizei-Chef David Tsur. Aus Kreisen der militanten "Volksfront für die Befreiung Palästinas" PFLP in Tulkarm im Westjordanland verlautete, der Attentäter stamme aus dem Flüchtlingslager Askar nahe der Stadt Nablus. Die Region gilt als Hochburg des palästinensischen Widerstands.
Der Arafat-Berater Nabil Abu Rudeina sagte, der palästinensische Präsident Yasser Arafat habe in einem Telefongespräch die Tötung von Zivilisten sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite aufs Schärfste verurteilt. Auch der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei forderte ein Ende der Selbstmordanschläge: "Diese Anschläge dienen nicht unserer Sache in einer solch schwierigen Situation", sagte Korei offenbar in Hinblick auf den Gesundheitszustand von Arafat, bei dem zunächst eine lebensbedrohliche Erkrankung vermutet worden war. Diese konnte aber Arafat-Vertrauten zufolge nach ersten Tests ausgeschlossen werden.
Israels Ministerpräsident Ariel Sharon sagte bei einem Treffen seiner Likud-Partei: "Der Bombenanschlag beweist, dass sich die Haltung der palästinensischen Führung in Arafats Abwesenheit nicht geändert hat. Solange sie keine weit reichenden Schritte unternehmen, um den Terror auszumerzen, Reformen umzusetzen und die Aufhetzung des Volkes zu stoppen, wird Israel seine Politik fortsetzen." Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz erklärte in einem Rundfunkinterview, er sei nicht sicher, ob es eine gezielte Vergeltung für den Anschlag geben werde. "Aber der Krieg gegen den Terrorismus wird die ganze Zeit fortgesetzt", fügte er hinzu.
Ein Sprecher der militanten Palästinenser-Organisation Hamas sagte, der Anschlag sei "eine Botschaft, die vom palästinensischen Volk an den zionistischen Feind gesendet" sei. Ähnlich wertete der israelische Justizminister Tommy Lapid den Anschlag: "Das ist eine Botschaft der Terroristen, um uns zu zeigen, dass es in Arafats Abwesenheit wie gewöhnlich weitergeht". Die Hamas kämpft für die Zerstörung Israels. (apa/red)
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