Vorbereitungen für Offensive: Massive Verstärkung der US-Truppen im Irak
- Insgesamt 142.000 US-Soldaten, 40.000 in Bagdad
- Angriff auf Rebellen in Falluja & anderen Orten geplant
Die USA haben mit einer Truppenverstärkung im Irak begonnen, um die Sicherheitslage vor den geplanten Wahlen im Jänner zu stabilisieren. Ein US-Militärsprecher teilte mit, rund 4000 zusätzliche Soldaten sollten künftig die bisher 138.000 im Irak stationierten Kräfte unterstützen. Ihre Verlegung aus den USA in den Raum Bagdad sei bereits eingeleitet worden. Zudem solle eine Brigade einen Monat länger im Irak bleiben, als ursprünglich geplant.
Bei schweren Gefechten zwischen US-Truppen und sunnitischen Rebellen in Ramadi wurden unterdessen drei Menschen getötet, darunter ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters. In Bagdad fiel der Vizegouverneur der Hauptstadt, Hatem Karim, einem Attentat zum Opfer.
Die Truppenverstärkung wurde einen Tag vor der Präsidentenwahl in den USA angekündigt. US-Präsident George W. Bush war im Wahlkampf von seinem Herausforderer John Kerry kritisiert worden, der anhaltenden Gewalt im Irak nicht Herr zu werden. Bush geht Umfragen zufolge mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Kerry in die Wahl. Der Militärsprecher machte keine Angaben dazu, wie viele US-Soldaten insgesamt im Irak stationiert sein werden, wenn dort im Jänner zum ersten Mal seit Jahrzehnten freie Wahlen stattfinden sollen.
Die Gefechte in den Rebellenhochburgen Ramadi und Falluja gingen weiter, ohne dass jedoch die von den USA angekündigte Großoffensive eingeleitet wurde. In Ramadi 110 Kilometer westlich von Bagdad sprachen Augenzeugen und Ärzte von den heftigsten Gefechten seit Tagen. Viele Bewohner verließen fluchtartig die Stadt. Augenzeugen berichteten, sie hätten ein in Brand geschossenes, gepanzertes US-Fahrzeug gesehen. Die Rebellen setzten unter anderem Granatwerfer gegen die US-Truppen ein. Während der Gefechte wurde der 55-jährige Dhia Nadjim, der als freier Kameramann für Reuters arbeitete, bei den Filmaufnahmen in der Nähe seines Hauses von einer Kugel in den Kopf tödlich getroffen. Eine Stellungnahme der US-Streitkräfte zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor. Die US-Armee hatte angekündigt, vor den Wahlen im Jänner in Ramadi und Falluja den Widerstand der Rebellen und Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein zu brechen.
In Bagdad erschossen Aufständische Vizegouverneur Karim und verletzten zwei seiner Leibwächter. Zu dem Attentat bekannten sich die militante Gruppe Armee der Ansar al-Sunna. In den vergangenen Monaten hatten extremistische Organisationen immer wieder Vertreter der irakischen Regierung getötet, denen sie Kooperation mit den USA vorwerfen. (apa/red)
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