Schwere Unruhen in Zentral-China: Angeblich 150 Tote, Kriegsrecht verhängt!
- Blutige Gefechte zwischen Moslems & Han-Chinesen
- Lage soll sich nach offiziellen Angaben beruhigt haben
Nach schweren Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Bevölkerungsmehrheit der Han-Chinesen und der moslemischen Hui-Minderheit in der zentralchinesischen Provinz Henan haben die staatlichen Behörden das Kriegsrecht verhängt. Nach offiziellen Angaben soll sich die Lage am Montag beruhigt haben. Bewaffnete Sicherheitskräfte hätten die Situation unter Kontrolle.
Ausgelöst wurden die Unruhen, die mehrere Ortschaften erfassten, Ende vergangener Woche angeblich durch einen Verkehrsunfall. Ein Taxifahrer, der der Hui-Minderheit angehört, hatte ein Han-Mädchen angefahren, das Kind war bei dem Unfall ums Leben gekommen.
Nach Informationen eines Journalisten der Provinzzeitung "Henan Ribao", der anonym bleiben wollte, sollen bei den Zwischenfällen etwa 150 Personen getötet oder verletzt worden sein. Der Imam der Ortschaft Nanren, der am Montag telefonisch kontaktiert werden konnte, berichtete, dass Dorf sei von etwa 10.000 Han-Chinesen umzingelt worden, die mehrere Gebäude in Brand gesetzt hätten.
Ethnische und religiöse Spannungen herrschen seit Jahren in der Nordwestregion Xinjiang (Sinkiang), wo die kommunistischen Behörden regelmäßig Kampagnen gegen "separatistische und illegale religiöse Aktivitäten" in Gang setzen. Xinjiang ist großteils von nichtchinesischen moslemischen Bevölkerungsgruppen bewohnt. Neben dem Turkvolk der Uiguren leben dort auch Kirgisen, Kasachen und Tadschiken - deren Landsleute in der früheren Sowjetunion heute über eigene Staaten verfügen - unter chinesischer Herrschaft. Die Region beherbergt Chinas Atomanlagen und Raketenabschussbasen.
Die enorme Zunahme der Arbeitslosigkeit als Folge der chinesischen Wirtschaftsreformen hat in mehreren Teilen des bevölkerungsreichsten Landes der Welt zu Unruhen und Massenprotesten geführt.
(apa)
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