Dienstag, 2. November 2004

Prozess in Oberösterreich: Mutmaßlicher Sexattentäter und Brandstifter vor Gericht

  • Linz: Öffentlichkeit wurde bei Prozess ausgeschlossen
  • Verkündung des Urteils vermutlich am Donnerstag

Ein 58-jähriger Oberösterreicher, der unter anderem seine beiden Stieftöchter jahrelang sexuell missbraucht und die Wohnung seiner Lebensgefährtin angezündet haben soll, muss sich seit Dienstag in einem für drei Tage anberaumten Prozess im Landesgericht Linz verantworten. Kurz nach dem Strafantrag wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Mit einem Urteil ist voraussichtlich am Donnerstag zu rechnen.

Der Mann hatte am 17. Dezember des Vorjahres versucht, die Wohnung seiner Lebensgefährtin im Bezirk Urfahr-Umgebung anzuzünden. Im Zuge der Ermittlungen waren die Sicherheitsbehörden auf den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch gestoßen. Der Angeklagte - ein Vater von vier Kindern - soll 1995 eine Lebensgemeinschaft mit einer Mühlviertlerin begonnen haben. Seit 1999 soll er deren zwei minderjährigen Töchter sexuell missbraucht haben, ein Mal auch zusammen mit der Mutter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, der Frau mit dem Umbringen gedroht zu haben, wenn sie die Affäre in die Öffentlichkeit bringen sollte und ihr sogar das Nasenbein gebrochen zu haben.

Nach der Brandstiftung flüchtete er nach Slowenien und anschließend nach Wien. Dort habe er laut Anklage weitere Brandsätze angefertigt. Seine Lebensgefährtin war inzwischen in das Haus ihrer Mutter übersiedelt. Dieses habe er damit anzünden wollen. Zuvor wurde er jedoch gefasst.

Im Prozess war der Angeklagte nur teilweise geständig. Den ihm vorgeworfenen schweren sexuellen Missbrauch der Kinder stellte er als "therapeutische Maßnahme" dar. Die beiden minderjährigen Opfer hatte er in Briefen aus der Untersuchungshaft als "falsche Luder" bezeichnet. (apa/red)

2.11.2004 10:29