Freitag, 29. Oktober 2004

Heimische Tourismus-Wirtschaft bekommt die Krise in Deutschland bereits zu spüren

  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Deutschen sinkt
  • Hotelerie kann nur auf schneereichen Winter hoffen

Trotz der schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland hofft der österreichische Tourismus auf einen positiven Winter. "Der Deutsche legt - wenn er noch kann - sein Geld auf die hohe Kante. Wir spüren das ganz stark", berichtet Klaus Stephan, Deutschland-Chef der Österreich Werbung, vor Korrespondenten in Berlin.

Dennoch hofft er, dass die Auswirkungen auf die Wintersaison nicht gravierend sind.
Die Sommersaison endete mit 1,5 Prozent Rückgang bei den Nächtigungen deutscher Gäste in Österreich.

Aufenthaltsdauer wird kürzer
Die Zahl der Ankünfte blieb indes gleich. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer deutscher Gäste wird demnach immer kürzer. Gründe für das Sommerminus: die Sommerferienregelung in den deutschen Bundesländern sowie "die instabile gesellschaftspolitische Lage, die sowohl in den neuen Bundesländern, aber auch in der Bevölkerung der alten Länder nach wie vor zu großer Unsicherheit beiträgt", wie Stephan ausführt.

Hoffnungen für den Winter
Der Winter sieht generell etwas besser aus. In der Wintersaison 2003/2004 habe es einen Zuwachs von 0,4 Prozent bei den Nächtigungen Deutscher gegeben. "Wenn wir das heuer wieder erreichen, sind wir hervorragend", findet der ÖW-Repräsentant in Berlin. Sollte sich freilich die Hoffnung auf Schnee im November und Dezember zu wenig erfüllen und die frühen Osterferien auch das frühe Ende der Saison bedeuten, dann könne es Probleme geben. Der Schneemangel in der Vorsaison des vorigen Jahres habe jedenfalls zum Minus beigetragen.

28 Millionen Ankünfte
Das Jahr 2003 wurde aus der Sicht Österreichs mit einem Gesamtergebnis von 118 Millionen Nächtigungen (ein Prozent mehr gegenüber dem Jahr davor) und 28 Millionen Ankünften (+2,8 Prozent) abgeschlossen. Der Quellmarkt Deutschland spielt dabei nach wie vor die dominierende Rolle: 52,8 Millionen Nächtigungen, 10,5 Millionen Ankünfte. Die Wintergäste seien dabei sehr wichtig: "Da wird kräftig Geld ausgegeben." (apa)

29.10.2004 15:50