Donnerstag, 28. Oktober 2004

Im April eröffnetes Sisi-Museum in der Hofburg lockte bereits 400.000 Besucher an

  • Deutsche und Österreicher: besonderers Sisi-Interesse
  • Monatliche Besucheranstiege von rund 30 Prozent

Der Mythos der weltbekannten österreichischen Kaiserin "Sisi" hat bereits mehr als 400.000 Besucher in das im April in der Wiener Hofburg eröffnete Sisi-Museum gelockt. Die Besucherstatistik führen Deutsche und Österreicher an. Monatliche Besucheranstiege von rund 30 Prozent können verbucht werden. Der Shop der Kaiserappartements der Wiener Hofburg steigerte seine Umsätze um 63 Prozent.

Seit der Eröffnung des Sisi-Museums in den Kaiserappartements in der Wiener Hofburg Ende April dieses Jahres liegen die durchschnittlichen monatlichen Besucheranstiege bei 30,5 Prozent, sagte der Geschäftsführer der SKB, Franz Sattlecker. Im Mai sei sogar ein Plus von 44,2 Prozent erreicht worden. Den Kaiserappartements wird das Jahr 2004 demnach ein Plus von 28 Prozent bei den Eintrittseinnahmen bringen - außerdem soll heuer die Latte von 500.000 Besuchern klar übersprungen werden. Dazu komme noch eine Steigerung von 63 Prozent bei den Shop-Umsätzen. "Auf diese Ergebnisse sind wir wirklich stolz", so der zufriedene Geschäftsführer.

Deutsche besonders an Sisi interessiert
Überraschend ist auch die Besucherstatistik. Nicht Japaner oder Amerikaner, wie so mancher vielleicht unken würde, führen die Statistik an, sondern Deutsche und - ebenfalls eine Überraschung - als zweitstärkste Gruppe Österreicher. Es gebe weiters einen "eindeutigen Frauenüberhang" in der Hofburg, so die Kuratorin des Sisi-Museums, Katrin Unterreiner. Das Verhältnis betrage 60 zu 40 zu Gunsten des weiblichen Publikums. Auffallend sei auch, dass die Gruppe der 16- bis 25-Jährigen 30 Prozent der Besucher ausmache, so Unterreiner, die auch eine Erklärung dafür parat hat: "Sisi ist eine Identifikationsfigur. Mädchen spielen auch heute noch gerne Prinzessin."

Auch Besucherplus im Schloss Schönbrunn
Das imperiale Wien scheint überhaupt zu boomen: Von 1. Jänner bis 26. Oktober wurden in Schloss Schönbrunn 1.976.330 Eintritte gezählt. Sattlecker rechnet bis Ende des Jahres mit rekordverdächtigen zwei Millionen Drehkreuzbewegungen. Es sei gelungen, den Wiener Kulturtourismus weiter auszubauen. Demnach haben 57 Prozent aller Wien-Gäste im August 2004 das Schloss Schönbrunn besucht, 23 Prozent waren in der Hofburg und auch im Sisi-Museum.

Sisi-Gerüchte ausgeräumt
Die Verantwortlichen des Sisi-Museums räumten heute auch noch zwei Gerüchte rund um die 1898 in Genf ermordete Kaiserin aus. Es sei, so Kuratorin Unterreiner, eine Legende, dass Sisi schlechte Zähne hatte. Ein Zahnhygienetest beweise nämlich genau das Gegenteil. Weiters genoss Sisi ein kaiserliches Privileg in der Hofburg: das Rauchen von filterlosen Zigaretten. Museumsbesuchern sei dies nun allerdings nicht mehr gestattet, gestand Sattlecker ein. (APA/red)

28.10.2004 16:32