Wagners Gourmet-Kritik der Woche: Der Spitzenkritiker war zu Gast im "Safenhof"
- Verliehen wurde Prädikat: "Joglland á la gourmandise"
- Wagner über sündhaft gute und feinsinnige Diätfehler
·Wagners Gourmet-Kritik der Woche
Der Gourmet-Papst war in der "Brennerei Rochelt"
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Der Top-Kritiker besuchte das Mörwald Kloster Und
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Der Top-Kritiker besuchte den Gasthof "Roter Wolf"
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Der Top-Kritiker war diese Woche beim "Steira Wirt"
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Der Top-Kritiker war zu Gast bei "Petz & Seiser"
Jetzt ist wahrscheinlich der letzte Termin, um vor den anstehenden Gänseschmäusen und Weihnachtsfeiern noch ein paar Kilo abzuspecken. Und wo täte man das besser als in einem der fashionablen Kur- und Wellnesshotels von Bad Waltersdorf, wo die sanften Hügel des oststeirischen Jogllands zu moderatem Jogging oder, solche wie mich, zu ausgedehnten Spaziergängen laden?
Doch selbst das gesunde Bad Waltersdorf ist nicht frei von teuflischen Versuchungen, auf die man perfider Weise gleich gegenüber der Kirche trifft. Dort lockt der Safenhof nämlich gleich in doppeltüriger Gestalt. Die Pforte zur Vorhölle wird durch einen Buschen markiert und präsentiert sich in Form einer hübschen Heurigenschank mit lauschigem Hintergärtchen.
Der potentielle Sünder nimmt Platz und fragt arglos: Eigenbauwein? Die freundliche Kellnerin signalisiert Zustimmung. Wächst denn überhaupt Wein in Bad Waltersdorf? Der Wein ist von unserem Familienweingut in Großweikersdorf im Weinviertel. Aber das Verhackertbrot ist von hier. Der erste Diätfehler bahnt sich an, und schon ist es um all die guten Vorsätze geschehen.
Denn die eigentliche Höllenpforte führt ins holzvertäfelte Steirerstüberl, in dem einander nicht nur diätfehlerwillige Kurgäste, sondern vor allem auch durchreisende Feinspitze treffen, die von Christa Wimberger im Service und Wolfgang Lengauer in der Küche aufs gastfreundlichste bewirtet werden. Die kleine französische Reisegruppe am Nebentisch war jedenfalls hörbar begeistert, und das mag wohl nicht nur an der kostenswerten Terrine von der Gänseleber mit Armagnac-Zwetschken, sondern vielleicht auch an steirischen Köstlichkeiten wie Kürbissuppe im Brotlaibchen, Ruckwurst, Backhendl oder Geselchtem gelegen haben.
Wesentlich elaborierter nehmen sich freilich Gerichte wie gebratener Bärenschwanzkrebs auf Safransauce mit hausgemachten Nudeln, Schafkäsepralinen mit Oliven, Strauchparadeisern und Walnussöl, Paprikasuppe mit Zanderstreifen, Variation vom Sebersdorfer Rehbock (geschmort und á point) mit Steinpilzen und Erdäpfel-Grammelknödel sowie eine kleine, aber perfekt gepflegte Käseauswahl und ein Eierlikörmus mit weißer Schokolade und Beeren aus.
Durchwegs Gerichte, die den Eindruck unterstrichen, dass hier inspiriert, feinsinnig (und letztlich gar sooo kalorienreich) gekocht wird. Degustationsmenüs gibts jederzeit auf Anfrage. Die gut durchdachte Weinkarte präsentiert von den steirischen Morillon- bis hin zu den burgenländischen Barrique-Eliten durchwegs Erlesenes.
Safenhof, 8271 Bad Waltersdorf 78
Tel: 0 33 33/22 39
Ruhetag: Montag
Nächtigungsmöglichkeit im Haus
Web-Tipp: Christoph Wagner's Weblog:
www.speising.net
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