Freitag, 29. Oktober 2004

Traditionelle Preisanhöhung: Brot und Gebäck werden ab November teurer

  • Ein Kilo Brot kostet im Durchschnitt um zehn Cent mehr
  • Seit Ende der Preisbindung stieg Semmelpreis um 90%

Brot und Gebäck wird auch heuer wieder teurer. Die knapp 2.000 heimischen Bäcker dürften schon in den nächsten Tagen beginnen, die Preise für Backwaren zu erhöhen, kündigte der Bundesinnungsmeister der Bäcker, Heinz Hofmann. Er geht von einer maximal fünfprozentigen Preisanhebung aus.

Im Durchschnitt würde damit das Kilo Brot um zehn Cent teurer werden. Laut der letzten Erhebung der Bundesinnung im September 2003 betrug der Preis für ein Kilo Mischbrot im Schnitt 2,62 Euro.

Nicht alle Bäcker werden schon mit Anfang November ihre Preise anheben, einige werden dies erst im Dezember tun, rechnet Hofmann, denn seit dem Ende der amtlichen Preisregelung könne jeder Bäcker autonom über seine Preise entscheiden.

Zwei Faktoren macht Hofmann für die noch in diesem Jahr bevorstehenden Preiserhöhungen bei Brot und Gepäck hauptverantwortlich: einerseits die seit 1. Oktober geltenden durchschnittlichen Lohnerhöhungen von 1,8 Prozent und andererseits die gestiegenen Energiekosten, die sich sowohl beim Backen, als auch bei der Auslieferung bemerkbar machten. Keinen Druck gebe es diesmal von der Rohstoffseite, so Hofmann. Die Mehlpreise hätten sich - abgesehen von saisonalen Schwankungen - kaum verändert.

Die Ankündigung von herbstlichen Preiserhöhungen bei Brot und Gebäck haben in Österreich beinahe schon Tradition. Seit dem Ende der amtlichen Preisregulierung im Jahr 1988 ist es - mit wenigen Ausnahmen - fast jährlich zu Preiserhöhungen gekommen. Verglichen mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) fielen die Steigerungen seither auch deutlich kräftiger aus: Während sich der VPI von 1987 bis 2003 um 43,7 Prozent von 353,6 auf 508,2 Punkte (Basis: 1958=100) erhöht hat, zogen die Semmelpreise um 90 Prozent von umgerechnet 0,14 Euro (1,90 Schilling) auf 0,262 Euro (umgerechnet 3,61 S) an.

Von 1958 bis zum Ende der amtlichen Preisregelung 1988 zogen die Semmelpreise um 20 Prozent stärker an als die Verbraucherpreise, seit dem Ende der Preisregulierung weitete sich der Unterschied auf 58 Prozent aus.

Betrachtet man den gesamten Zeitraum von 1958 bis 2003, so verachtfachten sich die Semmelpreise von damals 0,45 S auf umgerechnet 3,61 S (0,262 Euro), während sich der VPI vergleichsweise moderater auf 508,2 Punkte verfünffachte. (apa/red)

29.10.2004 13:30