Schon heute 80. Weltspartag: Nur für 15 Prozent der Österreicher wichtig
- Persönliche Beratung rückt in den Vordergrund
- 1,2 Millionen wollen heute einzahlen & Geschenk holen
"Der Weltspartag hat an Bedeutung verloren, die persönliche Beratung rückt immer stärker in den Vordergrund", so der Leiter der Abteilung Finanzmarkt des Fessel-GfK-Instituts, Alexander Zeh, am Donnerstag in Wien bei der Präsentation einer aktuellen Umfrage. Laut Zeh ist nur mehr für 15 Prozent der Österreicher der auf heute vorverlegte 80. Weltspartag wichtig, für die Hälfte dagegen nicht mehr. Die höchste Zustimmung komme dabei von jungen Menschen, Familien und aus ländlichen Regionen.
Auch an diesem Freitag wollen laut Umfrage 19 Prozent der über 15-jährigen Österreicher - das sind rund 1,2 Millionen Österreicher - wieder in ihre Bankfiliale gehen, um etwas einzuzahlen und dafür ein Geschenk zu erhalten. Rein statistisch entfallen somit auf eine der laut Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) derzeit 5.253 Haupt- und Zweiganstalten rund 228 Bankkunden, die am Weltspartag in ihre Filiale kommen wollen.
Geschenke sind auch der stärkste Anreiz, um am Weltspartag teilzunehmen. 27 Prozent der 1.000 Befragten gaben an, deswegen ihre Filiale besuchen zu wollen. 25 Prozent gaben als Hauptgrund an, ihre Kinder bzw. Enkelkinder zu begleiten, 24 Prozent gehen aus Tradition zum Weltspartag zu ihrer Bank. Andere Gründe, wie: Erspartes zur Bank bringen (10 Prozent), zufällig vorbeischauen (8 Prozent), weil immer viel los ist (7 Prozent) oder der Weltspartag eine gute Gelegenheit ist, den persönlichen Kontakt mit der Bank zu pflegen (7 Prozent), fallen dagegen deutlich ab.
Obwohl momentan das Interesse an Wertpapieren gering ist, hat die Rate der Wertpapierbesitzer in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. "Die Zeit, wo nur Sparbuch und Bausparen genutzt wurden, sind vorbei, die Österreicher stehen auch alternativen Anlageformen aufgeschlossen gegenüber", so Zeh. Laut Fessel-GfK erreichte die Zahl der Sparbuchbesitzer 1995 mit 81 Prozent den Höhepunkt und ist bis 2003 auf 75 Prozent gesunken. Auch die Zahl der Bausparer ist seither von 56 Prozent auf 48 Prozent zurückgegangen. Dagegen ist der Anteil der Besitzer von Wertpapieren - Aktien, Investmentfonds und andere - von 11 auf 17 Prozent gestiegen.
Auch an der Zusammensetzung des Geldvermögens der Österreicher kann man die abnehmende Bedeutung des Sparbuches erkennen: Lagen 1970 laut Schätzung des Institutes noch zwei Drittel des Geldvermögens auf Sparbüchern oder wurde bar gehalten, waren es 2003 nur mehr 49 Prozent. Dieser Anteil dürfte bis 2006 auf 46 Prozent fallen. Für den Privat- und Firmenkundenvorstand der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Willibald Cernko, trotzdem ein Zeichen dafür, dass das Sparbuch "der heimische Kulturträger der Veranlagung ist und bleiben wird". Bis 2006 sollten die Spareinlagen um 2 Prozent jährlich, die Aktienveranlagung dagegen aber um 10 Prozent jährlich zunehmen.
Laut den jüngsten Zahlen der OeNB verfügten die privaten Haushalte per Juni 2004 über 173 Mrd. Euro an Bargeld und Spareinlagen (inklusive Bausparen), davon 129 Mrd. Euro auf Spareinlagen. Auf Wertpapiere (Anleihen, Aktien, Investmentzertifikate) entfielen 79 Mrd. Euro und auf das Versicherungssparen 66 Mrd. Euro.
Am liebsten veranlagen die Österreicher ihr Geld weiterhin auf Sparbüchern: das gilt sowohl für Beträge von 1.000 Euro als auch für 10.000 Euro, wobei dann der Prozentsatz von 60 auf 49 Prozent zurückgeht. An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala folgt der Bausparvertrag (21 bzw. 16 Prozent), dann folgen Aktien/Aktienfonds, Gemischte Fonds, Lebensversicherungen, Zukunftsvorsorge, Anleihen/Anleihefonds und Immoblilien.
Nach Einschätzung befragter Anlageexperten ist ebenfalls das Sparbuch die beliebteste Sparform der Österreicher, wobei die Beliebtheit gegenüber Juni von 56 auf 67 Prozent noch zugenommen hat, so das Ergebnis des BA-CA-Anlagebarometers. Die Vermögensberater würden allerdings zu Wertpapieren raten. 78 Prozent halten diese für die interessanteste Veranlagungsform, gefolgt von Immobilien (52 Prozent), Zukunftsvorsorge (37 Prozent), Lebensversicherung, Bausparvertrag und Sparbuch.
(apa/red)
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