Montag, 25. Oktober 2004

Wird Lkw-Maut zum Exportschlager? Asfinag will System im Ausland vermarkten

  • Gesetzesänderung soll noch heuer erfolgen
  • Vor allem Osteuropa im Visier der Autobahngesellschaft

Die Autobahngesellschaft Asfinag soll noch heuer grünes Licht für einen Expansion ins Ausland erhalten. Die entsprechende Gesetzesänderung soll im November den Ministerrat passieren und im Dezember im Nationalrat beschlossen werden, erklärte eine Sprecherin von Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ) am Montag. Ziel ist die Vermarktung des Maut- und Vignetten-Systems vor allem in Osteuropa.

Gorbach selbst bestätigte, dass die Asfinag die Sperrminorität (also 25 Prozent plus eine Aktie) am heimischen Mautbetreiber Europpass übernehmen will. Zusammen mit weiteren heimischen Investoren - im Gespräch ist vor allem die Bauholding Strabag - sollen laut Gorbach 51 Prozent der Europpass in österreichische Hand gelangen. Derzeit gehört der österreichische Mautbetreiber noch zur Gänze der italienischen Autostrade. Den Kaufpreis für die Sperrminorität hatte die Asfinag zuletzt mit rund 20 Millionen Euro beziffert.

Als erstes Auslandsprojekt interessant wäre, so Gorbach in der "Presse" und im "Ö1-Morgenjournal", die Slowakei, die ein Mautsystem einführen will. Das Projekt sei schon "fast abschlussreif". Laut Gorbach könnte in der Slowakei "mit einem geringen Aufwand innerhalb weniger Monate das österreichische Mautsystem einfach erweitert werden und von Österreich aus bemautet und abgerechnet werden". In Frage kämen aber auch Tschechien, Ungarn und einige Balkanländer.

Auch bei seinem jüngsten Besuch in Russland hat Verkehrsminister Gorbach das österreichische Mautsystem bei russischen Regierungsmitgliedern ins Gespräch gebracht. Russland und Österreich haben daraufhin eine Arbeitsgruppe über die Mauteinhebung beschlossen.

25.10.2004 12:40