Montag, 25. Oktober 2004

Kein Sieger im Wiener Derby: Schiri-Pfiffe sorgen für Diskussionen und Unmut!

  • Austria wird Schiedsrichter Sowa in Zukunft ablehnen
  • GAK & Pasching bis auf drei Punkte am Spitzenduo dran

Zumindest in der Derby-Statistik hat das 270. Aufeinandertreffen der Wiener Erzrivalen Rapid und Austria keine neue Wendung gebracht. Mit dem 1:1 am Sonntag im Hanappi-Stadion wartet Rapid schon seit 14 Partien auf einen Sieg gegen die Veilchen. Dass es trotz des achten 1:1 in den vergangenen 13 Vergleichen kein Lokalduell wie jedes andere war, lag vor allem an zwei umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen, die noch lange nach Spielende für Diskussionen sorgten. Als Reaktion darauf wird die Austria in Zukunft Derby-Referee Sowa samt Team ablehnen.

Sowa verließ sich bei einem Treffer von Dospel fälschlicherweise auf seinen Assistenten und versagte dem Tor wegen angeblichen Abseits zu Unrecht die Anerkennung, zudem stellte der Spielleiter wieder nach Rücksprache mit dem Linienrichter Rushfeldt nach einem eher harmlosen Rempler gegen Feldhofer vom Platz - harte Entscheidungen, durch die sich die Austrianer um den Sieg gebracht fühlten.

"Es tut weh, wenn einem die Möglichkeit, auswärts gegen Rapid zu gewinnen, weggenommen wird", erklärte der violette Sportmanager Günter Kronsteiner. Lakonischer Nachsatz: "Im Fußball gewinnt nicht die Mannschaft, die besser ist, sondern die, die mehr Tore schießt, und das hätten heute wir sein müssen." Für den Steirer ist sein Klub ein "gebranntes Kind", was falsche Pfiffe in entscheidenden Partien betrifft. Der Sportmanager verwies in diesem Zusammenhang auf die Heimniederlage in der vergangenen Saison gegen den GAK, als vom Schweizer Urs Meier ein reguläres Tor aberkannt wurde.

Brief an die Bundesliga
Deswegen wollen die Violetten nun in die Offensive gehen. Klub-Manager Markus Kraetschmer erklärte, dass die Austria einen Brief Richtung Bundesliga abgeschickt hat. "Wir werden Schiedsrichter Sowa und sein Team in Zukunft ablehnen", berichtete Kraetschmer über den Inhalt. Die Austria verweist auf Vorfälle mit Sowa in der Wiener Stadthalle sowie im BNZ-Bereich und setzte daher diesen Schritt. Kraetschmer: "Wir wollen damit vor allem unnötige Emotionen aus dem Spiel nehmen."

Kapitän Dospel, der vermeintliche Derby-Goldtorschütze, steht voll und ganz hinter dieser Entscheidung. "Das Gejammere von GAK und Rapid sind wir ja schon gewohnt. Wir sind bis jetzt ruhig geblieben, aber das hat nichts geholfen. Jetzt wollen wir in die Offensive gehen und die Öffentlichkeit aufmerksam machen. Es kann nicht sein, dass es immer uns trifft", so der ÖFB-Teamverteidiger.

Deswegen meinte auch Kronsteiner, dass weniger das Derby-Resultat an sich, sondern die Art und Weise, wie es zu Stande gekommen ist, ärgerlich sei. "Der Freistoß vor dem 1:1 war keiner, Afolabi hat kein Foul begangen", behauptete Kronsteiner und ergänzte. "Ich habe keinen Zweifel, dass das Tor von Dospel regulär war. Und die Aktion von Rushfeldt war ganz klar keine Insultierung."

Zumindest was den Ausschluss des Austria-Goalgetters betrifft, lag Rapid-Coach Josef Hickersberger mit Kronsteiner auf einer Wellenlänge. "Gelb hätte es auch getan", gab der frühere ÖFB-Teamchef zu. Beim Dospel-Tor wollte sich "Hicke" nicht festlegen. "Ich habe die Situation drei Mal auf einem Mini-Bildschirm gesehen und konnte trotz Brille nicht beurteilen, ob es abseits gewesen ist oder nicht", sagte Hickersberger, dem es "Leid tut, wenn es kein Abseits war."

Rapid stoppt Siegesserie der Veilchen
Für die Hütteldorfer blieb immerhin der Trost, den Siegeslauf des großen Rivalen (zuletzt zehn Pflichtspiel-Siege in Serie) gestoppt sowie die Bundesliga-Torsperre von Austria-Goalie Didulica nach 750 Minuten gebrochen zu haben und damit punktmäßig am Tabellenführer dran zu bleiben. Wermutstropfen war hingegen die Verletzung von Ivanschitz, der mit einer Muskelverletzung zumindest für das Salzburg-Spiel am Mittwoch ausfällt..

Der Vorsprung der Wiener Klubs auf die Verfolger Pasching und GAK reduzierte sich durch das Remis auf drei Punkte. Die Grazer hatten gegen Bregenz den UEFA-Cup-Auftritt problemlos verdaut und landeten einen sicheren 3:0-Sieg gegen das Schlusslicht. "Es lief nicht alles perfekt, aber mit dem Resultat und der Leistung bin ich nach dem UEFA-Cup zufrieden", resümierte Meistermacher Walter Schachner. Die Vorarlberger halten auch nach 13 Spielen bei mageren sechs Zählern. "In den nächsten beiden Heimspielen müssen zumindest vier Punkte her", forderte Coach Regi van Acker. (apa)

25.10.2004 13:41