Verpatzter Abschied bei Jaguar: Klien nimmt Schuld an Stall-Kollision auf sich
- Webber: "Christian ist mir hineingefahren. Unglaublich"
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Der vermutlich letzte Formel 1-Grand Prix des zum Verkauf stehenden Jaguar-Rennstalls ist am Sonntag in Brasilien bezeichnend zu Ende gegangen. In der 24. von 71 Runden kollidierten die beiden dunkelgrünen Boliden des Österreichers Christian Klien und dessen australischen Teamkollegen Mark Webber. Während Klien das Rennen nach Boxenstopp zumindest fortsetzte und als 14. ins Ziel kam, schied der enttäuschte Webber, der in der kommenden Saison für Williams-BMW seine Runden dreht, aus.
"Christian ist in mich hineingefahren. Unglaublich, aber das passiert eben im Motorsport. Er hat sich entschuldigt, aber es war eben nicht der richtige Tag für so etwas. Das letzte Saisonrennen will man nicht auf diese Weise beenden", so die enttäuschte Reaktion des Australiers. Formel 1-Newcomer Christian Klien nahm die Schuld am Zusammenstoß auf sich. "Mark ging innen an mir vorbei und ich habe ihn zu spät gesehen. Diese Kollision war meine Schuld", gestand der Vorarlberger ein.
"Das war es für Jaguar Racing<"
Ob der teaminterne Crash im letzten Saisonrennen für die weitere Karriere des 21-Jährigen Folgen hat, bleibt abzuwarten. Tatsache ist, dass der Vorarlberger für 2005 ohne Vertrag dasteht. Nach dem Rückzug von Konzern-Mutter Ford und dem damit verbundenen angestrebten Verkauf von Jaguar-Cosworth werden vermutlich die nächsten Wochen Richtung weisend sein. Da bisher jedoch kein finanzkräftiger Investor interesse gezeigt hat, steht aber auch die Zukunft Kliens, der in seiner ersten Formel 1-Saison 14 Mal die Zielflagge sag, in den Sternen. "Das war es für Jaguar Racing. Schauen wir, was am Ende dabei herauskommt", brachte es Teamchef David Pitchforth auf den Punkt.
Trotz des Stall-Unfalles in Interlagos zog der Managing Director keine schlechte Bilanz. "Wir haben unseren angestrebten siebenten Rang in der Konstrukteurs-WM gehalten. Aber wir hätten Toyota deutlicher als um einen Punkt besiegen können", sagte Pitchforth, der zum wiederholten Male sein Team in Schutz nahm. "Alle haben unter den äußerst schwierigen Voraussetzungen hervorragende Arbeit gemacht", so der Engländer.
Die Gesamtbilanz von Jaguar Racing fiel nach fünf Formel 1-Saisonen jedoch ernüchternd aus. Lediglich 49 WM-Punkte und zwei Podestplätze, beide durch den Iren Eddie Irvine, stehen für das britische Team bei 85 GP-Starts zu Buche. Klien steuerte in der Königsklasse des Motorsports mit Rang sechs beim GP von Belgien drei WM-Punkte dazu bei. (apa)
