Barbara Schett: "Bin stolz darauf was ich erreicht habe, auf letzten drei Jahre nicht"
- "Bis 23 oder 24 habe ich in einem Tunnel gelebt"
- Die Tirolerin wird am Sonntag in Linz verabschiedet
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Nach ihrem angekündigten Rücktritt wird Barbara Schett am Sonntag in Linz nach dem Damen-Finale noch ehrenvoll verabschiedet. Die 28-jährige Tirolerin wird auch von einigen Überraschungsgästen in die "Tennis-Pension" geschickt, die ja eigentlich erst im Jänner nach den Australian Open in Melbourne beginnt.
Für Schett, die trotz schwächerer Abschlussjahre wohl zu den bekanntesten österreichischen Sportlerinnen gezählt hat, waren ihre 13 Profijahre durchaus auch eine Schule fürs Leben. "Man wird sehr selbstständig. Ich bin mit 14 weg nach Wien, da lernt man früh, sich durchzuschlagen. Man lernt viele Städte und Kulturen kennen und wird einfach viel schneller reif in jungen Jahren als andere, die immer daheim sind."
Tirolerin: "Bewusst geworden, dass ich Innsbruck ganz schlecht kenne
Doch das Reisen um die Welt hat freilich auch seine Schattenseiten. "Bis 23 oder 24 habe ich komplett in einem Tunnel gelebt und nicht rechts oder links geschaut. Erst in den letzten Jahren ist mir ein bisserl bewusst geworden, dass ich wenig Freunde bei mir zu Hause habe und eigentlich Innsbruck ganz schlecht kenne, dafür dass ich aus Innsbruck bin."
"Habe mich in letzten drei Jahren als Mensch sehr gut entwickelt"
Auch in den vom Erfolg her mageren zwei, drei Abschluss-Jahren ihrer Laufbahn hat sie gelernt. "Ich schaue mit Freude auf meine Karriere zurück und bin stolz drauf, was ich erreicht habe. Auf die letzten drei Jahre bin ich sicherlich nicht stolz, aber ich habe mich als Mensch sehr gut entwickelt. Ich hab sehr viel dazu gelernt und bin viel reifer geworden."
Nach Erreichen der Top-Ten "ein bisserl die Luft draußen
Ob sie den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören gefunden hat? "Das kann man nie wissen, es wäre vielleicht besser gewesen, nach dem Jahr, das ich als Nummer acht der Welt abgeschlossen haben. Aber dann wollte ich die Topf five anpeilen, man setzt sich ja immer wieder Ziele." Vom Potenzial her wäre sicher mehr möglich gewesen, bestätigt sie. "Mein Ziel von Kindheit an war immer, unter die Top Ten zu kommen. Als mir das gelungen ist, war unter Anführungszeichen ein bisserl die Luft draußen."
Nach Australian Open wird Klavier gelernt
In der neu gefundenen Ruhe will sich Schett ganz neuen Aufgaben oder Hobbys widmen, die ihr bisher nicht möglich waren. "Ich wollte immer schon Klavier spielen lernen", verriet sie.
Doch ehe sie sich ans Klavier setzt, wird sie noch einige Male wettkampfmäßig das Tennis-Racket in die Hände nehmen. Nach dem Fed-Cup-Halbfinale gegen Russland in Moskau (24./25.11.) geht es nach Australien. Brisbane und Sydney ("Wahrscheinlich nur Doppel, weil Quali tue ich mir nicht mehr an") und eben Melbourne sind die abschließenden Stationen von Schett auf der Tour. Beim letzten Major-Turnier ihrer Karriere wird sie auch Doppel und Mixed spielen. Die drei Doppelturniere spielt sie mit Patty Schnyder, im Mixed möchte sie wieder mit Julian Knowle antreten.
(apa)
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