Fußball: Kärnten und Klagenfurt betonen unisono: "Wir stehen zum EM-Stadion"
- Bekenntnis der Politik zum Projekt "Euro 2008"
- Hoffnung für EM-Stadion Zürich: Umbau von Letzigrund
Der Verzicht auf den Bau des neues Fußballstadions in Klagenfurt kommt für das Land und die Stadt nicht in Frage. "Wir stehen zum EM-Stadion", betonten LHStv. Karl Pfeifenberger (F) und Landesrat Reinhart Rohr (S) am Mittwoch. Auch für Bürgermeister Harald Scheucher (V) ist das Projekt "auf Schiene".
Pfeifenberger verwies gegenüber Journalisten auf die Werbewirksamkeit und die Wertschöpfung der "Euro 2008" für Kärnten. "Das wollen wir uns nicht entgehen lassen", betonte er. Für Rohr kommen die Einwände - u.a. von SPÖ-Sportsprecher Gerhard Köfer und Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher - "um drei Jahre zu spät". Die SPÖ-Kärnten stehe jedenfalls zum Neubau.
Am Freitag (29. Oktober) endet die Detailausschreibung. Laut Scheucher lägen bisher acht Bewerbungen vor. Der Bestbieter wird am 4. Februar 2005 bekannt gegeben. Baubeginn könnte im Sommer des nächsten Jahres sein.
Als Ausweichquartier für den FC Kärnten kommt während der knapp zweijährigen Bauzeit das neue Stadion in St. Veit/Glan in Frage, welches laut Bürgermeister Gerhard Mock (S) im Juni 2005 fertig gestellt sein werde. Es ist vorerst für 1.000 überdachte Sitz- und 3.000 Stehplätze konzipiert. Über Zusatztribünen können problemlos weitere 5.000 Besucher Platz finden. Dass der FCK während des Baues in Klagenfurt spielt, wäre zwar theoretisch möglich. "Aber das ist mit einem großen Behördenaufwand verbunden, denn es müsste vor jedem Spiel eine umfassende Kommissionierung stattfinden", gibt Scheucher zu bedenken.
Hoffnung für Stadion in Zürich - Letzigrund soll umgebaut werden
Indessen kündigt sich rund um das Fußball-Euro-2008-"Problemkind" Zürich nun doch eine Lösung an. Nachdem sich am 8. September die Hoffnungen auf einen rechtzeitigen Bau des Stadions Hardturm zerschlagen hatten, darf nun mit einem fristgerechten Umbau des Stadions Letzigrund spekuliert werden. Laut Stadtrat sei der Zeitplan "eng, aber realistisch", die UEFA verlangt eine Fertigstellung bis Sommer 2007.
Zürich hatte stets beteuert, dass der Umbau erst im März 2008 abgeschlossen werden könne. Nach Angaben des Züricher Hochbaudepartements habe die detaillierte Planung nun aber ergeben, dass der umgebaute Letzigrund bereits im Sommer 2007 zur Verfügung stehen könnte. Die Stadt habe am Dienstag dem Schweizerischen Fußballverband (SFV) den Plan vorgelegt. SFV-Zentralpräsident Ralph Zloczower habe sich erfreut gezeigt über die neue Entwicklung.
Der Zeitplan der Stadt sei zwar "eng, aber realistisch", wenn der politische Wille für die Spiele bestehe, verlautete aus dem Hochbaudepartements. Noch im November wird das Stadtparlament über die Erhöhung des Planungskredits entscheiden. Eine Volksabstimmung über den Umbau und nötige Anpassungen für die EM ist für nächsten Sommer geplant.
Stickler: "Wusste, dass sich Zürich sehr bemüht"
ÖFB-Präsident Friedrich Stickler reagierte erfreut und erleichtert auf die News aus der Schweiz. "In der Schweiz laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Ich wusste, dass sich Zürich sehr bemüht, ein Stadion zur Verfügung zu stellen. Der Letzigrund ist eine realistische Alternative. Es wäre sehr gut für die EM, wenn Zürich dabei wäre", meinte Stickler.
(apa)
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