Freitag, 29. Oktober 2004

US-Wahl: Dokumentarfilmer Michael Moore führt Wählerproteste in Florida an

  • Protest gegen Verschwinden zehntausender Stimmzettel
  • Behörden verschicken 76.000 neue Briefwahlunterlagen

Der US-Dokumentarfilmer Michael Moore hat am Donnerstag (Ortszeit) im Bundesstaat Florida eine Demonstration gegen das Verschwinden zehntausender Briefwahlunterlagen angeführt. "Es fehlen 60.000 Stimmzettel. Wir werden alles tun was wir können, um herauszufinden, wer verantwortlich ist", rief Moore vor rund 600 Demonstranten in Fort Lauderdale. Bei der Protestveranstaltung vor der Wahlaufsichtsbehörde des Landkreises Broward rief der Filmemacher die Betroffenen auf, statt der Briefwahl von der Möglichkeit zur vorgezogenen Wahl Gebrauch zu machen, die in Florida seit dem 18. Oktober läuft.

Die Wahlaufsichtsbehörde im Landkreis Broward hatte am Mittwoch eingeräumt, dass 58.000 von ihr verschickten Unterlagen nicht bei den Briefwählern angekommen seien. Die Wahlbüros des Bezirks wurden mit Anrufen von Briefwählern überschwemmt, die nach den angeforderten Unterlagen fragten. Die oppositionellen Demokraten äußerten den Verdacht des Wahlbetrugs. Die Demokraten haben in Florida mehr Wähler für diese Wahl anmelden können als die Republikaner. Die Wahlbehörde kündigte an, sicherheitshalber 76.000 neue Briefwahlunterlagen zu verschicken.

Florida könnte bei der Präsidentenwahl am Dienstag wie schon 2000 eine entscheidende Rolle spielen. Vor vier Jahren hatten veraltete Wahlgeräte und verwirrende Stimmzettel einen Nachzählungsmarathon in dem "Sonnenschein-Staat" ausgelöst, der nach fünf Wochen vom Obersten Gericht in Washington zu Gunsten von Bush beendet wurde. Schon damals gab es in Florida auch zahlreiche Klagen über Versuche, vor allem afroamerikanische Wähler von der Wahl auszuschließen.(apa)

29.10.2004 08:38