Kerry geht auf totale Konfrontation: Nun will er Bush die religiösen Wähler abjagen
- Grundsatzrede zu Glaube und Moral in der Politik
- Bush verstößt gegen christliches Gebot Nächstenliebe
In einer Grundsatzrede über Glaube und Moral hat US-Präsidentschaftskandidat John Kerry dem Amtsinhaber George W. Bush den Verstoß gegen das biblische Gebot der Nächstenliebe attestiert. Die Bibel lege den Menschen "eine moralische Verpflichtung füreinander, für die Vergessenen, für diejenigen im Schatten" auf, sagte Kerry am Sonntag (Ortszeit) in Fort Lauderdale im umkämpften US-Bundesstaat Florida.
Bushs Sozialpolitik lasse dies vermissen: "Wie moralisch eine Gesellschaft ist, bemisst sich daran, wie sie ihre verwundbarsten Mitglieder behandelt."
In seiner mit Bibelzitaten versehenen Rede warf Kerry dem Präsidenten vor, seinen privaten Glauben zu sehr mit der Politik zu vermischen. Er selbst sehe es nicht als seine Aufgabe an, Glaubensgrundsätze in Gesetze zu fassen, sagte Kerry. "Das ist in einer pluralistischen Gesellschaft weder möglich noch richtig."
Mit der Rede wollte Kerry im Wahlkampfendspurt vor allem die zahlreichen religiösen Wähler ansprechen, die mehrheitlich dem Amtsinhaber zuneigen. Der Herausforderer hat wiederholt die Steuersenkungen der Bush-Regierung für Wohlhabende sowie die schlechte Gesundheitsversorgung vieler ärmerer Amerikaner als unsozial kritisiert. Bush sieht sich als "wiedergeborener Christ" und spricht häufig von seinen religiösen Überzeugungen.
(apa)
