Freitag, 29. Oktober 2004

Sprengstoff im Irak verschwunden: US-Soldat half bei Beiseiteschaffung!

  • Weißes Haus: Zerstörung durch US-Truppen möglich

In das Verschwinden von fast 400 Tonnen Sprengstoff im Irak ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums offenbar ein US-Soldat verwickelt. Ein Soldat der 3. Division der Infanterie habe zugegeben, am oder um den 13. April 2003 dabei geholfen zu haben, rund 200 Tonnen des explosiven Materials aus dem Lager Al Kaaka beiseite zu schaffen, sagte Pentagon-Sprecher Lawrence Di Rita am Freitag in Washington. Der Mann sollte noch am Freitag auf einer Pressekonferenz des Pentagons erscheinen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte unterdessen, der verschwundene Sprengstoff sei möglicherweise von US-Soldaten zerstört worden. "Ich glaube, dies ist eine reelle Möglichkeit", sagte er am Rande eines Wahlkampfauftrittes von US-Präsident George W. Bush in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire. Es gebe zwar neue Informationen, aber dennoch seien nicht alle Fakten bekannt. Mit Blick auf den Bush-Herausforderer John Kerry warnte der Sprecher vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Kerry hatte Bush vorgeworfen, der verschwundene Sprengstoff zeige, dass der US-Präsident mit seiner Sicherheitspolitik im Irak gescheitert sei. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien hatte am Montag den UNO-Sicherheitsrat über das Verschwinden des explosiven Materials unterrichtet. (apa)

29.10.2004 21:24