Donnerstag, 28. Oktober 2004

Der Dollar geht, der Euro kommt: Castro prüft, Euro als Zahlungsmittel zu erlauben

  • Nach Verbot des Dollars Stärkung der EU-Währung
  • Tourismusminister bestätigt entsprechende Überlegung

Nachdem Fidel Castro den Dollar als offizielles Zahlungsmittel verboten hat, überlegt Kubas Staatschef als Ersatz nun eine Ausweitung des Euro als Zahlungsmittel. Es gebe Überlegungen, die europäische Gemeinschaftswährung künftig auch außerhalb der Zentren für europäische Urlauber anzuerkennen, teilte Tourismusminister Manuel Marrero am Mittwoch (Ortszeit) in Havanna mit.

Am Montag hatte die Zentralbank erklärt, Geschäfte dürften ab 8. November keine amerikanischen Dollar mehr akzeptieren, weil der Zahlungsverkehr auf der Insel dann nur noch in kubanischen Pesos abgewickelt werde.

Gleichzeitig rief Staatschef Fidel Castro seine Landsleute auf, sich künftig von ihren Verwandten im Ausland anstatt Dollar lieber Euro, britische Pfund oder Schweizer Franken schicken zu lassen. Beobachter meinten, kubanische Unternehmen und Privathaushalte sollten dazu gebracht werden, ihre Dollar-Bestände einzutauschen, um die staatlichen Devisenreserven aufzubessern. Zugleich sollen offensichtlich aus politischen Erwägungen mehr Euro in diese Reserven einfließen und darüber hinaus mehr europäische Touristen angezogen werden.
(apa/red)

28.10.2004 09:21