Katastrophen-Bilanz 2003: Weltweit 77.000 Tote durch Hitze, Erdbeben und Unwetter
- In Europa starben 35.000 Menschen an einer Hitzewelle
- Erdbeben im iranischen Bam fordert 30.000 Todesopfer
·Rumänien: Starkes Beben löst Panik aus
Telefon- & Stromleitungen defekt, aber keine Opfer
Fast 77.000 Menschen sind 2003 weltweit an den Folgen von Katastrophen gestorben. Das sind drei Mal so viele Opfer wie im Jahr davor. Keineswegs waren davon nur arme Länder betroffen: Eine Hitzewelle in Europa tötete bis zu 35.000 Menschen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten jährlichen "World Disasters Report" des Internationalen Roten Kreuzes hervor.
Der "leise, unsichtbare Killer" Hitze hat im Vorjahr vor allem Frankreich heimgesucht, fasste das Rote Kreuz zusammen. Allein dort sind fast 15.000 Menschen, vor allem ältere Personen, gestorben. In Ländern, in denen die Senioren enger in den Familienkreis eingebunden bleiben, starben bedeutend weniger ältere Menschen. In anderen Staaten starben laut Rotem Kreuz viele oft in Folge eines unbemerkten Flüssigkeitsmangels.
Die zweitverheerendste Katastrophe im Vorjahr war das Erdbeben in der iranischen Stadt Bam. Dort mussten fast 30.000 Menschen ihr Leben lassen.
Insgesamt sind die Menschen weltweit mit immer mehr Katastrophen konfrontiert: Die Gesamtzahl ist im vergangenen Jahrzehnt unaufhaltsam angestiegen. Von 1994 bis 1998 habe es durchschnittlich 428 pro Jahr gegeben, im Zeitraum von 1999 bis 2003 sei diese Anzahl auf durchschnittlich 707 Katastrophen um zwei Drittel hinaufgeschnellt.
Immer häufiger haben die folgenschweren Ereignisse natürliche Ursachen: Von 1960 bis 2003 ist die Zahl der auf meteorologische Vorgänge zurückzuführenden Katastrophen auf das Siebenfache angewachsen, jene mit geophysikalischen Ursachen auf das Fünffache, so das Rote Kreuz.
Ob Frankreich, Iran oder Bangladesh - die Hilflosigkeit hat überall auf der Welt dieselben Ursachen: Die Menschen sind auf "den Fall der Fälle" nur schlecht vorbereitet, kritisiert das Rote Kreuz. Gerade die lokale Selbsthilfe und Widerstandskraft müsse aber gestärkt werden, fordern die Autoren des Berichtes. Lokale Hilfe könne letztendlich auch deutlich billiger bewerkstelligt werden. (apa)
