Freitag, 29. Oktober 2004

Zarqawi setzt Tötungen fort: Entführter japanischer Soldat tot aufgefunden

  • Kein Ende des Terrors: Autobombe geht in Mossul hoch

Der im Irak verschleppte Japaner ist nach noch unbestätigten japanischen Informationen vermutlich tot. Man prüfe derzeit Informationen, wonach es sich einer der zwischen Bagdad und Tikrit gefundenen Leiche um die des 24-jährigen Shosei Koda handeln könnte, sagte der Sprecher des Außenministeriums Hatsuhisa Takashima am Samstag auf einer Pressekonferenz in Tokio.

Die Leiche solle Merkmale aufweisen, die auf den 24-Jährigen hinweisen könnten. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte zuvor unter Berufung auf regierende Parteikreise in Tokio berichtet, es sei sicher, dass Koda tot sei.

Die US-Armee hatte am Freitag berichtete, in der nordirakischen Stadt Tikrit sei am selben Tag die Leiche eines Asiaten gefunden worden. Sie sei von einem Krankenhaus zu einer Leichenhalle des Militärs gebracht worden. Die Terrorgruppe von Abu Musab al-Zarqawi, die bereits mehrere ausländische Geiseln enthauptet hat, hatte mit der Ermordung des 24 Jahre alten Japaners gedroht, falls Tokio nicht bis Donnerstagabend mit dem Abzug seiner Truppen aus dem Irak beginnt. Dies hatte die japanische Regierung von Ministerpräsident Junichiro Koizumi abgelehnt.

Autobombenanschlag in Mossul
Durch einen Autobombenanschlag starb am Freitag in Mossul ein irakischer Zivilist. Drei weitere Passanten wurden nach Polizeiangaben verletzt, als der in einem Auto versteckte Sprengsatz am Mittag im Zentrum der nordirakischen Stadt explodierte. Der Angriff galt offensichtlich einem US-Militärkonvoi. Die Soldaten blieben unverletzt. Aufständische griffen in Mossul außerdem nach Angaben von Augenzeugen einen türkischen Lastwagen mit Lebensmitteln an. Sie setzten das Fahrzeug in Brand und töteten den Fahrer.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Freitag fünf Kilometer westlich der westirakischen Aufständischen-Hochburg Ramadi mit seinem Fahrzeug neben einem US-Militärkonvoi in die Luft. Polizeidirektor Jasim al-Asafi sagte, mehrere US-Soldaten seien bei dem Anschlag verletzt worden. Die amerikanische Armee bestätigte dies zunächst nicht.

Wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mitteilte, erschossen Unbekannte bereits am Mittwoch in Bagdad eine irakische Fernsehjournalistin. Likaa Abdel Rassak hatte als Nachrichtensprecherin bei der privaten irakischen Fernsehstation Al-Sharqija gearbeitet. (apa)

29.10.2004 22:54