Dienstag, 26. Oktober 2004

Atomkonflikt vor Lösung: Iranische und europäische Diplomaten verhandeln

  • "Letzte Chance" vor Anrufung des Weltsicherheitsrates

Die Verhandlungen über das "letzte Angebot" der EU-Staaten zur Beendigung des iranischen Atomkonfliktes sollen heute fortgesetzt werden. Der iranische Chefunterhändler Hassan Rowhani erklärte im Staatsfernsehen, Teheran werde dann offiziell auf das deutsch-britisch-französische Angebot eingehen. Für eine Zusicherung des Irans, von seinem Programm zur Urananreicherung Abstand zu nehmen, stellten die drei europäischen Staaten Nukleartechnologie zur friedlichen Nutzung sowie ein Handelsabkommen in Aussicht.

Diplomaten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien haben die Initiative als letzte Chance für Teheran bezeichnet, eine Überweisung der Iran-Akte an den UNO-Weltsicherheitsrat abzuwenden. Der Sicherheitsrat könnte unter anderem Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängen. Über die Einschaltung des Gremiums berät der IAEA-Gouverneursrat am 25. November.

Hauptstreitpunkt zwischen Teheran und den Vereinten Nationen ist das Programm zur Urananreicherung. Angereichertes Uran kann für Atombomben verwendet werden. Während die iranische Regierung stets beteuert, ihr Nuklearprogramm sei ausschließlich auf Stromerzeugung zu friedlichen Zwecken ausgerichtet, vermuten die USA dahinter ein geheimes Atomwaffenprogramm. Die IAEO ist an den Verhandlungen nicht direkt beteiligt. Behördenchef Mohammed el Baradei erklärte, er begrüße aber jeden Versuch zur Beilegung des Konfliktes. (apa/red)

26.10.2004 22:08