Alarmmeldung von der IAEO in Wien: 400 Tonnen Sprengstoff im Irak verschwunden
- Terroristen könnten Material für neue Anschläge nutzen
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Die Internationale Energiebehörde (IAEO) ist höchst besorgt über das Verschwinden von fast 400 Tonnen Sprengstoff im Irak. Das Material sei aus einem unbewachten Waffenlager abhanden gekommen, teilte die IAEO am Montag in Wien mit. Er könne für herkömmliche und für Atomwaffen genutzt werden. Die Behörde bestätigte damit einen Bericht der US-Tageszeitung "New York Times". US-Präsidentschaftskandidat John Kerry warf Amtsinhaber George W. Bush Versagen als oberster Befehlshaber vor, weil seine Soldaten das Lager nicht bewacht hätten.
Die UN-Behörde sei besorgt, dass das explosive Material "in die falschen Hände" geraten könne, sagte IAEO-Sprecherin Melissa Fleming. Terroristen könnten den im vergangenen Oktober verschwundenen Sprengstoff für Anschläge nutzen. Laut "New York Times" können damit Bomben hergestellt werden, die stark genug sind, um Flugzeuge oder Gebäude zu zerstören.
Laut dem Bericht der "New York Times" war allgemein angenommen worden, dass das irakische Waffenlager El Kakaa - eine "enorme Anlage" - von der US-Armee bewacht werde. Stattdessen liege das rund 50 Kilometer von Bagdad entfernte Gelände brach und sei für jedermann zugänglich. Noch am Sonntag seien Plünderer dort gewesen. Die IAEO-Sprecherin sagte weiter, nachdem die UN-Waffeninspektoren den Irak 2003 hätten verlassen müssen, sei das Gelände nur noch per Satellitenaufnahmen überwacht worden. Der verschwundene Sprengstoff sei in Bunkern gelagert und damit schwierig zu beobachten gewesen.
Kerrys Berater Joe Lockhart sprach vom möglicherweise "schwersten und katastrophalsten Fehler in einer tragischen Serie grober Fehler im Irak". Er forderte US-Präsident George W. Bush auf, umgehend zu dem Vorfall Stellung zu nehmen. Lockhart kritisierte, die Bush-Regierung habe von dem explosiven Material gewusst, es jedoch trotz deutlicher Warnungen der IAEO nicht gesichert. Kerry selbst sagte bei einem Wahlkampfauftritt in Dover im US-Bundesstaat New Hampshire, Bush sei erneut als Oberbefehlshaber gescheitert. (apa)
