Dienstag, 2. November 2004

"Pferderipper" in Oberösterreich gefasst:
25-Jähriger Verdächtiger ist geständig

  • Stiefvater des jungen Mannes schöpfte Verdacht
  • Polizei: "Eindeutig sexuell motivierte Handlung"

Jener Mann, der am vergangenen Wochenende eine 23-jährige Zuchtstute in Peuerbach (Bezirk Grieskirchen) in Oberösterreich brutal gequält und so verstümmelt hat, dass sie eingeschläfert werden musste, stellte sich Montagabend nach der Veröffentlichung eines Phantombildes der Gendarmerie und legte ein Geständnis ab. Laut Sicherheitsdirektor Alois Lißl sei die Handlung des stark alkoholisierten 25-Jährigen "eindeutig sexuell motiviert" gewesen.

Bei der Einvernahme erklärte der Tatverdächtige, er hätte Freitagabend in einer Discothek in unmittelbarer Nähe des Reitstalls mit Freunden seinen Geburtstag gefeiert, "einiges und viel" getrunken und sei gegen 6.00 Uhr in einen Discobus gestiegen. Allerdings habe er sich "noch im Absteigen" entschlossen, mit dem Bus wieder zurückzufahren, so Lißl. Von der Discothek schlich sich der 25-Jährige dann in den Pferdestall.

Aus "für ihn nun unerklärlichen Gründen" drang der mutmaßliche Täter in das Gebäude ein und schlug mit einem spitzen Hammer immer wieder auf die besonders zutrauliche Stute ein. Gegen 7.45 Uhr wurde er von den Eigentümern überrascht. Diese gaben an, dass der Mann mit offener Hose aus dem Stall gelaufen sei. Danach flüchtete der 25-Jährige querfeldein bis zu einem Parkplatz eines Geschäftes, wo er sich von seinem Bruder abholen ließ.

Als dann Montagabend ein Phantombild des Täters in der ORF-Sendung "Oberösterreich heute" ausgestrahlt wurde, "wurde er sowohl wegen der Ähnlichkeit als auch wegen des auffälligen Verhaltens der vergangenen Tage vom Stiefvater angesprochen und der junge Mann gestand ihm die schreckliche Tat", teilte Lißl mit. Gemeinsam kamen sie zum Gendarmerieposten, wo der 25-Jährige festgenommen wurde.

Bei der Einvernahme habe der Mann ein volles Geständnis abgelegt. Für andere derartige Taten könne er derzeit nicht verantwortlich gemacht werden, so Lißl. Am Dienstag beantragte die zuständige Staatsanwaltschaft Wels beim Landesgericht Wels eine gerichtliche Voruntersuchung gegen den Tatverdächtigen wegen des Verdachtes der schweren Sachbeschädigung und Tierquälerei sowie die Untersuchungshaft. (apa/red)

2.11.2004 13:28