Montag, 8. November 2004

SP-Parteitag in Kärnten: Ambrozy mit 60,8% als Landesparteiobmann wiedergewählt!

  • Parteitag im Zeichen von Angriffen gegen Ambrozy
  • Wiedenbauer: "Parteiobmann mit Ablaufdatum"

Die seit der Landtagswahl vom März bestehende blau-rote Koalition und die deswegen geübte Kritik an Parteichef Peter Ambrozy prägten den Ordentlichen Parteitag der Kärntner SPÖ. Vor allem Vertreter der Klagenfurter SPÖ verurteilten die Koalition. Ambrozy wurde schließlich mit 60,8 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzender bestätigt. Ambrozy zeigte sich "enttäuscht" vom mageren Ergebnis.

Der Klagenfurter Stadtparteichef Ewald Wiedenbauer hatte Ambrozy zuvor als einen "Parteiobmann mit Ablaufdatum" bezeichnet, durch den die Sozialdemokraten erpressbar geworden wären. Die SPÖ habe mit der Koalition den politischen Kurs der FPÖ der vergangenen Jahre nachträglich legitimiert. Nationalratsabgeordnete Melitta Trunk meinte, die SPÖ sei Haider "auf den Leim gegangen" und man wolle nicht länger die Rolle des "gedemütigten Beiwagerls" spielen.

Ambrozy bat hingegen eindringlich um Verständnis für die Zusammenarbeit mit der FPÖ. Nicht mit ihr zu kooperieren, wäre "unterlassene Hilfeleistung" gewesen. Man sei knapp nicht stärkste Partei geworden, habe aber Verantwortung übernehmen wollen. Ambrozy: "Wir haben erreicht, was wir wollten." Alle Entscheidungen in Regierung und Landtag könnten nur mit Zustimmung der SPÖ erfolgen, das Regierungsprogramm trage zu drei Viertel die Handschrift der Sozialdemokraten.

Bundesparteivorsitzender Alfred Gusenbauer sprach im Zusammenhang mit der blau-roten Koalition von einem "wohl überlegten Weg" Ambrozys und stellte an die Parteitagsdelegierten die Frage: "Was wäre die Alternative gewesen?"

Ambrozy sagte zum Abschluss des Parteitages, das Wahlergebnis habe "nicht meinen Vorstellungen entsprochen". Er sehe darin "einen konkreten Hinweis und einen Fingerzeig für die nächste Zeit". (apa/red)

8.11.2004 22:50