Sonntag, 31. Oktober 2004

Allerheiligen wird nicht der Toten gedacht:
1. November ist der Festtag für die Heiligen

  • Allerseelen ist der eigentliche Tag des Totengedenken
  • Kirche gedenkt den nicht im Kalender erfassten Heiligen

Auch wenn die Menschen am 1.November in Scharen auf die Friedhöfe pilgern, um ihrer Toten zu gedenken, so definiert die Kirche diesen Tag eigentlich nicht als Trauer- sondern als Festtag; als Festtag für das neue Leben, in welches die Heiligen gelangt sind und welches allen Christen verheißen wird. Im Unterschied dazu ist Allerseelen dem Totengedenken gewidmet.

Allerheiligen ist von seiner Aussage her auf Ostern bezogen. Das Fest ist vom Glauben geprägt, dass viele Menschen nach ihrem Tod ihr Lebensziel bei Gott erreicht haben und daher auch Heilige genannt werden können. Die Kirche gedenkt daher an diesem Tag der vielen unbekannten Heiligen, die in keinem Kalender stehen.

Jahrhunderte-altes fest
Die Wurzeln des Festes finden sich im Orient, wo man schon im vierten Jahrhundert ein Gedächtnis aller Märtyrer beging. Das Datum war in den verschiedenen Teilkirchen unterschiedlich. So sind der Freitag nach Ostern, der 13. Mai und der Sonntag nach Pfingsten als Gedächtnistage überliefert.

Die Ausbreitung des Festes hängt möglicherweise mit der Weihe des Pantheons in Rom zu einer Kirche zu Ehren der Mutter Gottes und aller heiligen Märtyrer durch Papst Bonifatius IV. im Jahr 610 zusammen. Der 1. November wurde im neunten Jahrhundert durch Ludwig den Frommen in Frankreich eingeführt und wird seither in der ganzen Kirche gefeiert.

Allerseelen - kein Feiertag - hat seine Wurzeln im Gebet für die Verstorbenen, das bei den Christen seit dem zweiten Jahrhundert überliefert ist. Das eigentliche "Geburtsjahr" des Allerseelen-Tages ist 998. In diesem Jahr setzte Odilo, Abt des Benediktiner-Klosters Cluny, für alle ihm unterstellten Klöster fest, dass am Tag nach Allerheiligen aller Verstorbenen durch Gebet und Messe zu gedenken sei. Dieses Gedächtnis breitete sich rasch über Frankreich, England und Deutschland aus.
(apa/red)

31.10.2004 20:35