Montag, 1. November 2004

Die Überraschungs-Coups: Kommt 2006 das Wahl-Duell Haider gegen Grasser?

  • Beide Kontrahenten feilen schon an neuen Parteien!
  • PLUS: So sollen die Konkurrenten vermarktet werden

Es könnte das Duell des Jahres werden: voller Spannung, alter und neuer Rechnungen und jeder Menge Überraschungen. Jörg Haider möchte sich spätestens im Frühjahr 2006 endgültig von der FPÖ und ihren Dauerkrisen befreien und „neu“ durchstarten. Knapp vor der Nationalratswahl 2006 wird der Ex-FP-Chef einer staunenden Öffentlichkeit seine neue, „unabhängige“ Haider-Partei präsentieren. Doch auch Karl-Heinz Grasser hegt seine Pläne.

Der alte „Freund“ des Kärntner Landeshauptmannes möchte der Goldgräberstimmung und Gründerzeit keinesfalls nachstehen: Da Grasser „Unabhängigkeit“ vor allem auf sich bezieht, wird eben auch der Finanzminister 2006 für Aufsehen erregende Schlagzeilen sorgen: Der 35-Jährige wird sich – ebenfalls unmittelbar vor der nächsten Wahl – schlicht als „unabhängiger“ Frontmann einer gänzlich neuen Bewegung – der „Unabhängigen“ – jenseits der Parteipolitik vermarkten.

Ein Wettlauf um die Zeit und die „besten“ Konzepte hat hinter den Kulissen bereits begonnen.

Die Geheimpläne
Sicher, offiziell wollen beide Herren „nichts davon wissen“, dass sie mit neuen Parteien erneute politische Fortüne suchen. Kein Wunder, denn der Überraschungseffekt– das wissen die beiden Politfüchse längst – ist im politischen Wettbewerb von existenzieller Bedeutung. Der jeweilige Konkurrent dürfe „nichts von diesen Plänen“ erfahren, ist denn auch von Freunden der beiden Herren zu erfahren. Man wolle – frei nach Machiavelli – die andere Partie „überrumpeln und am falschen Fuß erwischen“. Frei nach dem Motto „Wer sich als Erster rührt, hat verloren“ will man die Gegenseite in die Falle locken, um dann als einzig relevante Neugründung im Spiel um die Macht übrig zu bleiben.

Schließlich wird es 2006 sowohl für Grasser als auch für Haider um „alles oder nichts“ gehen und der Wahlkampf zum finalen Duell der zwei Kärntner werden. Hinter verschlossenen Türen wird jedenfalls eifrig an den jeweiligen Konzepten gefeilt, werden Teams zusammengesetzt und Financiers gesucht.

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1.11.2004 09:54