Donnerstag, 28. Oktober 2004

Terroralarm auf dem Flughafen Schwechat:
Frau raste mit Auto über Airport-Gelände

  • Polizei stoppte Wagen mit gezielten Schüssen in Reifen
  • Offenbar verwirrte Frau bei Einvernahme teilnahmslos

Am Flughafen Wien in Schwechat ist es in der Nacht auf heute, Donnerstag, zu einem Zwischenfall gekommen, in dessen Verlauf es zum Schusswaffengebrauch durch die Exekutive kam. Um 4.12 Uhr war eine Frau aufgefallen, als sie mit ihrem Pkw auf der Flughafen-Zufahrt wild herumfuhr und Passanten in Gefahr brachte, die sich durch einen Sprung zur Seite vor dem Auto retteten.

Verständigte Polizisten nahmen in einem Funkwagen die Verfolgung des VW Golf auf. Nachdem die Lenkerin den Funkwagen bemerkt hatte, fuhr sie in Richtung Abfluggebäude davon. In der Folge umfuhr sie eine vor der Zufahrt errichtete Absperrung.

Nachdem die Frau trotz mehrerer Warnschüsse nicht zu stoppen war, versuchten die Beamten - drei Mal vergeblich -, die Reifen ihres Autos zu treffen. Dabei wurde eine Scheibe des Flughafen-Gebäudes zerschossen. Laut BPD (Bundespolizeidirektion) Schwechat kam es dadurch aber zu keinerlei Gefährdung, da sich zu diesem Zeitpunkt niemand vor der Abflughalle aufhielt.

Auffällig an der Lenkerin war, dass sie ein Kopftuch umgeschlungen hatte, das wie ein Palästinensertuch wirkte. Die Fahrerin wendete anschließend und fuhr ins Parkhaus 4, wobei sie nochmals eine durch Funkwagen errichtete Sperre umfuhr, ehe die wilde Fahrt in einer Sackgasse des Gebäudes endete. Als die Frau festgenommen wurde, machte sie einen verwirrten Eindruck. Sie konnte keinen Grund für ihr Verhalten nennen.

Der Schwechater Polizeidirektor Leo Lauber beschrieb das Benehmen der 33-jährigen Wienerin als teilnahmslos, aber kooperativ. Sie wurde in der Folge vom Amtsarzt untersucht, der psychische Störungen und Schizophrenie feststellte und die Einweisung in eine psychiatrische Anstalt veranlasste. Der verständigte Staatsanwalt des Landesgerichtes Korneuburg stellte keinen Haftantrag. Die Frau wird bei Gericht angezeigt werden.

An dem Polizeieinsatz waren vier Funkwagen beteiligt, so Major Andreas Bieber. In den Nachtstunden wird das Flughafenareal von rund 20 Beamten kontrolliert.

(apa)

28.10.2004 13:58