Dienstag, 26. Oktober 2004

Einigung erzielt: Es wird wieder Diplomarbeiten am Publizistik-Institut geben

  • Uni stellt zusätzliche Betreuer zur Verfügung
  • Mitsprache bei Auswahl für Institut

Die Wiener Publizistik-Studenten können zumindest ein wenig aufatmen: Nach mehreren Verhandlungsrunden haben sich das Rektorat der Universität Wien, die Fakultät für Sozialwissenschaften und das Publizistik-Institut am Montag Abend auf eine Lösung für die Betreuung von neuen Diplomarbeiten geeinigt. Demnach stellt die Uni zusätzliche Betreuer zur Verfügung, dem Institut kommt bei der Auswahl ein Mitspracherecht zu. Zurückgegriffen werden soll dabei vor allem auf Personen, die bereits einen Lehrauftrag am Institut hatten bzw. haben.

Die konkreten Namen sollen bereits in den nächsten Tagen feststehen, die Studenten spätestens Anfang November mit ihnen Kontakt aufnehmen können.

Entzündet hatte sich der Streit an der Weigerung der Lehrenden am Institut, wegen Überlastung neue Diplomarbeiten anzunehmen. Es folgten Proteste der Studierenden, die von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) unterstützt wurden und in einer Demonstration am vergangenen Donnerstag gipfelten. Einen Lösungsversuch der Uni-Leitung zur Anwerbung von externen Lehrenden im Ausland, die die Studenten vorwiegend "virtuell" betreuen und nur drei Mal nach Wien kommen sollten, hatten Instituts-Vorstand Wolfgang Langenbucher und Studienrichtungsvertreter abgelehnt. Die neuen Betreuer sollen hingegen nun auch Diplomandenseminare anbieten.

Der Ansturm der Studenten auf die Diplomarbeiten war durch die laufende Umstellung der Studienrichtung auf das dreigliedrige Studiensystem (Bakkalaureat, Magisterium, Doktorat) entstanden. Der "alte" Studienplan läuft in den kommenden zweieinhalb bis drei Jahren aus, weswegen die Studenten im alten Curriculum demnächst abschließen müssen. Vom Diplomarbeitsstopp konkret betroffen waren rund 100 Studenten, die sich auf einen entsprechenden Aufruf deswegen beim Rektorat meldeten.
(apa/red)

26.10.2004 12:14