Dienstag, 26. Oktober 2004

Premiere am Nationalfeiertag: Präsident Fischer hält seine erste Fernsehansprache

  • Kleine Änderungen gegenüber Vorgänger Klestil
  • PLUS: Fischers TV-Ansprache im genauen Wortlaut!

Nervosität kommt bei Bundespräsident Heinz Fischer nach rund 40 Jahren Politik nicht mehr auf. Betont ruhig präsentierte er sich bei seiner ersten Fernsehansprache am Nationalfeiertag. Gegenüber Vorgänger Thomas Klestil wurden einige kleine Änderungen im Ablauf vorgenommen: Zum Einstieg saß Fischer bei der Aufzeichnung noch nicht auf seinem Platz, sondern kam aus dem Hintergrund. Und: Der Präsident sprach nicht direkt aus seinem Büro, sondern vom historischen Maria-Theresien-Zimmer zu den Österreichern.

"Wir wollen den Österreichern die Hofburg zeigen", begründeten Fischers Mitarbeiter den neuen Hintergrund. Etwas Besonderes ist der Tisch, an dem Fischer Platz nahm. Auf ihm wurde am 15. Mai 1955 im Schloss Belvedere der Staatsvertrag unterzeichnet, den Leopold Figl dann der jubelnden Menge mit den berühmte Worten "Österreich ist frei" präsentierte.

Auf dem Tisch wurden obligatorisch eine österreichische und eine EU-Fahne platziert. Links von sich hatte der Bundespräsident eine Ausgabe der Bundesverfassung und einen Kugelschreiber, den er vom verstorbenen Kardinal König geschenkt bekam.

Mit einer weiteren Neuerung wurde es nichts: Ursprünglich wurde nämlich überlegt, die Rede frei zu halten. Wegen dem vom ORF vorgegebenen Zeitlimit griff Fischer dann aber doch auf den bewährten Teleprompter zurück. Der erste Versuch fiel zwar mit 9:40 Minuten noch um gut ein Drittel zu lang aus, beim zweiten Anlauf klappte es dann aber. Einige Passagen - etwa zum jüngsten Besuch des israelischen Präsidenten Moshe Katzav - mussten kurzerhand gestrichen werden. Nach gut einer Stunde hatte man die Rede mit 6:35 Minuten im Kasten. (apa/red)

26.10.2004 16:14