Erschreckende Bilanz des Verkehrsclubs: 434 Tote wegen Alkohol am Steuer seit 1999
- 20.280 Menschen wurden in letzten 5,5 Jahren verletzt
- Gemessen an Einwohnern hat Wien am wenigsten Tote
In den fünfeinhalb Jahren seit der Einführung der 0,5 Promille-Grenze sind in Österreich 434 Menschen bei Alko-Unfällen umgekommen, 20.280 weitere wurden verletzt. Das zeigt eine Untersuchung des Zeitraums von Anfang 1999 bis Ende Juni dieses Jahres, die der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag veröffentlicht hat. Pro 100.000 Einwohner hat Wien die wenigsten Todesopfer, Kärnten und Steiermark haben die meisten.
"Bei 1,2 Promille steigt das Unfallrisiko auf das Zwölffache, auch bei 0,5 Promille ist das Unfallrisiko bereits doppelt so hoch", warnte VCÖ-Experte Martin Blum. Im ersten Halbjahr 2004 starben schon 30 Personen bei Verkehrsunfällen, bei denen Alkohol im Spiel war.
Nach der Bevölkerungsdichte aufgeschlüsselt, weist die Bundeshauptstadt laut VCÖ mit statistischen 1,2 Toten auf 100.000 Einwohner die wenigsten Alko-Opfer auf. Dies wird auf das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz zurückgeführt.
In Kärnten und der Steiermark starben mit jeweils sieben Menschen pro 100.000 Einwohnern die meisten. Salzburg liegt mit fast genau so vielen Opfern an schlechter dritter Stelle. Allerdings verbessere sich dort die Situation kontinuierlich, stellte Blum fest: "Im Vorjahr war Salzburg das einzige Bundesland ohne Verkehrstoten durch Alkohol am Steuer."
Der VCÖ fordert mehr Alkoholkontrollen und einkommensabhängige Strafen nach dem Vorbild von Finnland oder Schweden. Ein Teil der Geldbußen soll zum Ausbau des Nachtbusnetzes verwendet werden.
(apa)
