Mittwoch, 20. Oktober 2004

VW will Golf-Variant jetzt in Mexiko bauen: Kombi-Variante des Golf 5 soll 2007 starten

  • Nachfrage nach Golf Variant ist weiterhin ungebrochen
  • Hoffnungsträger ist der neue Bora, der 2005 startet

Der deutsche Autokonzern Volkswagen (VW) will entgegen ursprünglichen Planungen nun doch eine Kombi-Version des Kompaktmodells Golf 5 auf den Markt bringen. Anders als sein Vorgänger solle der "Golf-5-Variant" aber nicht in Wolfsburg, sondern in Mexiko gefertigt werden.

Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in Wolfsburg. Einem Pressebericht zufolge will VW außerdem ein Joint Venture mit dem malaysischen Autobauer Proton gründen und Fahrzeuge vor Ort bauen.

Produktion in Mexiko
Mit dem Bau des Golf-5-Variant würde Europas größter Autokonzern die Produktion eines weiteren Fahrzeugs in sein Werk im mexikanischen Puebla verlagern, wo bereits die Modelle "Jetta", "New Beetle" und der "New Beetle Cabrio" gebaut weden. In Puebla läuft zurzeit die Produktion des mit dem Golf technisch verwandten "Bora" an. Von Mexiko aus soll der "Jetta"-Nachfolger in die USA und nach Europa geliefert werden.

Golf-5-Variant ab 2007
Als Grund für die Verlagerung des Golf-Variant wurde eine schwache Auslastung des Werks in Puebla genannt. Die "Wolfsburger Nachrichten" berichteten in ihrer "Mittwochausgabe", die Kehrtwende in der Modellpolitik sei nach einer Marktanalyse zu Stande gekommen. Demzufolge gebe es eine ungebrochene Nachfrage vor allem von Großkunden nach einem Golf Variant. Das neue Modell solle 2007 auf den Markt kommen. Darüber solle der Aufsichtsrat am 12. November entscheiden.

Golf-4-Variant
Nach jetzigen Plänen soll der Golf-4-Variant noch bis Oktober 2006 im Stammwerk von VW in Wolfsburg gebaut werden. Von dem auslaufenden Modell setzte der Autobauer im ersten Halbjahr 2004 in Westeuropa gut 28.000 Einheiten ab nach knapp 42.000 im Vorjahreszeitraum.

Hoffnungsträger Bora
Von dem neuen Bora, der Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommt, erhofft sich der Konzern eine Wende bei den Verkaufszahlen auf dem wichtigen Automobilmarkt. In den USA wirkt sich für Volkswagen zurzeit besonders negativ aus, dass sich die beiden Hauptmodelle des Konzerns, Jetta und Passat, in der letzten Phase ihrer Modellzyklen befinden und daher weniger verkauft werden. Dies hatte in den vergangenen Monaten zu deutlichen Absatzrückgängen geführt.(apa/red)

20.10.2004 15:52