Keine gute Nachrichten für den Tourismus:
Nach kühlem Sommer droht milder Winter!
- NEWS: In Skiregionen herrscht bereits Alarmstimmung
- Schon 128 Mio. Euro in Beschneiungsanlagen investiert

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Tourismus setzt in Zukunft auch auf Nicht-Skifahrer
Für die meisten Österreicher war der Sommer 2004 eine klimatologische Enttäuschung: Nieselregen, Herbstkälte und Dauer-Wolken statt Sonnenschein und Grillen bei freundlichen Temperaturen und unter wolkenlosem Himmel. Tatsache ist: Nachdem der vorletzte Sommer den Österreichern Rekordtemperaturen von über 37 Grad beschert hatte, waren über weite Teile des heurigen Sommers Regenjacken die angesagtesten Kleidungsstücke. Hiobsbotschaft für den Tourismus: Jetzt droht auch noch ein milder Winter!
Selbst der August, dessen Monatsmittel um bis zu 2,5 Grad über dem langjährigen Temperaturdurchschnitt lag, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nieselsommer 2004 sowohl für die Badeindustrie als auch für den Tourismus Einbußen mit sich brachte:
So verzeichneten die heimischen Freibäder durchschnittlich um 50 Prozent weniger Besucher, die Tourismusindustrie schnitt mit einem Minus von "nur" 2,2 Prozent und insgesamt 45,3 Millionen Nächtigungen noch vergleichsweise gut ab.
Milder Winter
Und schon vermelden die Wetterexperten eine neue Hiobsbotschaft: Dem enttäuschenden Sommer soll nämlich ein ebensolcher Winter folgen (siehe Grafik). Ernest Rudel von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien: "Der Winter 2004/05 wird um mindestens ein Grad wärmer als im Vorjahr."
Die Folge: "In den Niederungen wird wesentlich weniger Schnee als in den vergangenen Saisonen fallen." Die Ursachen für den milden Winter ortet der Klimaexperte in einer dominanten Atlantikströmung: "Im Gegensatz zum Vorjahr wird unser Wetter in den kommenden Monaten in erster Linie von warmer Luft aus dem Atlantikraum beeinflusst. Bei besonders frostigen Wintern hingegen spielt die kontinentale Kaltluft, etwa aus Russland, eine entscheidende Rolle."
Klimaerwärmung nimmt zu
Die Tendenz - die Winter werden laufend wärmer - setzt sich damit fort. Forscher haben die dazu passenden globalen Daten längst parat: So sind nach jüngsten Messungen am Mauna-Loa-Vulkan auf Hawaii die CO2-Werte in den Jahren 2002 und 2003 unerwartet kräftig gestiegen - mögliche Anzeichen einer rascheren Erderwärmung und eines umfassenden Klimawandels.
128 Mio. für Schneekanonen
Die Winterindustrie jedenfalls hat für die kommende Saison bereits aufgerüstet, zumal den Skigebieten aufgrund des Schneemangels keine Zuwächse prognostiziert werden. Die österreichischen Seilbahnen etwa haben bereits 128 Millionen Euro in Beschneiungsanlagen investiert, um wetterunabhängig Skivergnügen bieten "und für 40 Prozent der österreichischen Pistenflächen ,Fix-Schnee' zusagen zu können", wie Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnunternehmer Österreichs, betont.
Drei Euro pro Kubikmeter
Sollte der Winter wie vorausgesagt schneearm werden, wird diese Garantie freilich nicht ganz billig sein. Denn ein Kubikmeter der maschinell hergestellten weißen Pracht kostet immerhin bis zu drei Euro.
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